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Basenabweichung

  • O. Müller-PlatheEmail author
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Synonym(e)

 Basenüberschuss;  BA;  

Englischer Begriff

base excess; BE

Definition

Die Basenabweichung ist die Konzentration an titrierbarer Base oder Säure, die sich durch Titration auf pH 7,40 unter den Bedingungen pCO2 = 5,33 kPa (40 mmHg) und t = 37 °C ergibt.

Funktion – Pathophysiologie

 Säure-Basen-Stoffwechsel.

Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen

Heparinisiertes Vollblut.

Probenstabilität

 Blutgasanalyse.

Analytik

Die Bestimmung erfolgt im Rahmen der Blutgasanalyse durch automatische Berechnung aus pH und Bicarbonatkonzentration nach der Formel

BA = (cHCO3 – 24,2) + 14,8 (pH – 7,40).

Die Zahl 14,8 entspricht der  Pufferkapazität der Nichtbicarbonatpuffer in der Extrazellulärflüssigkeit einschließlich der Erythrozyten.

Konventionelle Einheit

mval/L; mEq/L.

Internationale Einheit

mmol/L.

Umrechnungsfaktor zw. konv. zu int. Einheit

1.

Referenzbereich – Erwachsene

–2 bis +3 mmol/L.

Referenzbereich – Kinder

–4 bis +2, Neugeborene –10 bis –2 mmol/L.

Indikation

Erkennung und Differenzierung von Säure-Basen-Störungen.

Interpretation

BA wird gemäß IFCC-Empfehlung auf die Extrazellulärflüssigkeit bezogen und dann als BA (ezf), BA (in vivo) oder engl. als „standard base excess“ (SBE) bezeichnet. Der Bezug auf das Vollblut (BA (in vitro)) ist veraltet.

Somit ist BA Ausdruck der titrierbaren Azidität der Extrazellulärflüssigkeit. Der Wert 0 ergibt sich bei der Konstellation pH = 7,40, pCO2 = 40 mmHg (5,33 kPa) und cHCO3 = 24,2 mmol/L:
  • Positiv erhöhte Werte bedeuten Zunahme pufferfähiger Basen, primär bei metabolischer Alkalose oder kompensatorisch bei respiratorischer Azidose.

  • Negativ erhöhte Werte bedeuten Abnahme pufferfähiger Basen, primär bei metabolischer Azidose oder kompensatorisch bei respiratorischer Alkalose.

Diagnostische Wertigkeit

Wichtige Größe für die Einordnung von Säure-Basen-Störungen und die Abschätzung des Basenbedarfs.

Literatur

  1. Müller-Plathe O (1995) Die Basenabweichung: Definitionen und Konventionen. Anästhesiol Intensivmed Notfallmed 30:34–35CrossRefGoogle Scholar
  2. Siggaard-Andersen O (1974) The acid-base status of the blood, 4. Aufl. Munksgaard, CopenhagenGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.HamburgDeutschland

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