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Autoantikörper gegen SS-B

  • W. StöckerEmail author
  • W. Schlumberger
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

anti-SS-B autoantibodies

Definition

La/SS-B-Antikörper sind gegen ein Phosphoprotein mit einer Molmasse von 48 kDa gerichtet. Das Antigen ist vorwiegend im Zellkern lokalisiert, nur 10 % des Antigens kommen auch im Zytoplasma vor.

Untersuchungsmaterial

Serum oder Plasma.

Probenstabilität

Autoantikörper sind bei +4 °C bis zu 2 Wochen lang beständig, bei −20 °C über Monate und Jahre hinweg.

Analytik

Autoantikörper gegen La/SS-B ergeben im indirekten Immunfluoreszenztest (IIFT,  Immunfluoreszenz, indirekte) ähnliche Bilder wie  Autoantikörper gegen SS-A: HEp-2-Zellen zeigen in der Interphase eine feingranuläre Fluoreszenz der Zellkerne. Die Nukleoli erscheinen ebenfalls positiv, sind aber vom Karyoplasma etwas abgesetzt, bei einem Teil der Proben sind sie ausgespart. Mitotische Zellen weisen ebenfalls eine granuläre Fluoreszenz auf, unter Freilassung der Chromosomen. Auf Primatenleber fehlt die entsprechende granuläre Reaktion der Hepatozytenkerne, dagegen zeigen sich dort bei höheren Antikörpertitern glatt fluoreszierende Nukleoli. Im Gegensatz dazu erzeugen die differenzialdiagnostisch wichtigen  Autoantikörper gegen U1-RNP und  Autoantikörper gegen Sm bei den Hepatozyten eine gleich starke granuläre Kernfluoreszenz wie bei den HEp-2-Zellen.

Bei einem positiven Resultat im IIFT können zur genauen Identifizierung der Antikörper monospezifische Tests ( Enzyme-linked Immunosorbent Assay, Chemilumineszenz-Immunoassay,  Immunblot) mit nativ aufgereinigtem oder rekombinantem SS-B-Antigen oder ein  Western blot mit nativen Zellkernantigenen eingesetzt werden.

Referenzbereich – Erwachsene

Negativ.

Referenzbereich – Kinder

Negativ.

Diagnostische Wertigkeit

La/SS-B-Antikörper sind zusammen mit  Autoantikörper gegen SS-A die charakteristischen serologischen Marker des Sjögren-Syndroms, die Prävalenz beträgt jeweils 40–95 %.

La/SS-B-Antikörper treten nur sehr selten in Abwesenheit von Ro/SS-A-Antikörpern auf.

Literatur

  1. Tan EM, Chan EKL, Sullivan KF et al (1988) Antinuclear antibodies (ANAs): diagnostically specific immune markers and clues toward the understanding of systemic autoimmunity. Clin Immunol Immunopathol 47:121–141PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Euroimmun Medizinische Labordiagnostika AGLübeckDeutschland

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