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Autoantikörper gegen ganglionische Acetylcholinrezeptoren

  • W. StöckerEmail author
  • C. Krüger
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

autoantibodies to ganglionic acetylcholine receptors; antibodies against neuronal acetylcholine receptors in autonomic ganglia; GN-AChR antibodies

Definition

Autoantikörper gegen nikotinische Acetylcholinrezeptoren in autonomen Ganglien.

Funktion – Pathophysiologie

Nikotinische Acetylcholinrezeptoren sind membranständige Rezeptoren in verschiedenen Bereichen des Nervensystems und der motorischen Endplatte, die durch den Neurotransmitter Acetylcholin aktiviert werden und zur Gruppe Liganden-gesteuerter Ionenkanäle gehören. Sie kommen im Muskel, den autonomen Ganglien und dem Gehirn vor, sind aber unterschiedlich strukturiert. Ganglionische nikotinische Acetylcholinrezeptoren vermitteln die schnelle synaptische Übertragung in den parasympathischen und enteralen autonomen Ganglien, die Autoantikörper sind gegen den α3-Untertyp des Rezeptors gerichtet und können die cholinergischen synaptischen Übertragungsvorgänge stören. Das mit den Antikörpern assoziierte Krankheitsbild wird als autoimmune autonome Ganglionopathie (AAG) bezeichnet.

Analytik

Anti-GN-AChR-Antikörper werden mittels Radiorezeptorassay bestimmt: Nach Inkubation des Patientenserums mit 125I-Epibatidin-markierten, ganglionischen nikotinischen Acetylcholinrezeptoren wird durch einen Sekundärantikörper präzipitiert und die Radioaktivität im Präzipitat gemessen.

Untersuchungsmaterial

Serum, Plasma.

Probenstabilität

Autoantikörper sind bei +4 °C bis zu 2 Wochen lang beständig, bei −20 °C über Monate und Jahre hinweg.

Diagnostische Wertigkeit

Autoantikörper gegen ganglionische nikotinische Acetylcholinrezeptoren verursachen die autoimmune autonome Ganglionopathie (AAG) und werden bei bis zu 50 % aller Patienten mit AAG im Serum gefunden. Die wichtigsten klinischen Merkmale der AAG sind orthostatische Hypotonie, gastrointestinale Motilitätsstörung, Anhidrose, Blasenfunktionsstörung sowie das Sicca-Syndrom. Die Autoantikörperbestimmung dient der Abgrenzung von anderen Formen der Dysautonomie (s. a.  Autoantikörper gegen Acetylcholinrezeptoren).

Literatur

  1. Vernino S (2007) Autoimmune and paraneoplastic channelopathies. Neurotherapeutics 4:305–314PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  2. Vernino S (2008) Neuronal acetylcholine receptor autoimmunity. Ann N Y Acad Sci 1132:124–128PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  3. Vernino S, Lindstrom J, Hopkins S, Wang Z, Low PA, Muscle Study Group (2008) Characterization of ganglionic acetylcholine receptor autoantibodies. J Neuroimmunol 197:63–69PubMedPubMedCentralCrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Euroimmun Medizinische Labordiagnostika AGLübeckDeutschland

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