Advertisement

Thrombin

  • T. StiefEmail author
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

thrombin, F2a

Definition

Thrombin (F2a) ist die humane Serinprotease (His···Asp···Ser im katalytischen Zentrum), die Fibrinogen zu Fibrin umwandelt, indem es primär 2 Fibrinopeptid A-Moleküle von den beiden symmetrischen alpha-Ketten der zentralen E-Domäne des Fibrinogens abspaltet, das entstehende Fibrin-Monomer polymerisiert bereits (sekundär kann Thrombin zusätzlich 2 Fibrinopeptid B-Moleküle von den beiden symmetrischen beta-Ketten der EDomäne(N-Terminus) abspalten). Thrombin entsteht aus dem Proenzym Prothrombin (F2) nach limitierter Spaltung durch den Gerinnungsfaktor 10a (F10a), katalytische Mengen an Thrombin können auch durch die Wirkung von Kallikrein auf F2 entstehen. Die Generierung von Thrombin ist das zentrale Ereignis der Aktivierung der Hämostase.

Beschreibung

Thrombin schneidet bevorzugt an Argininresten (die freie negativ geladene Carboxylgruppe von Asp im katalytischen Zentrum bindet die positiv geladene Guanidinogruppe von Arg im Substrat), wobei die Substratspezifität durch die Bindung an „exosites“ außerhalb des katalytischen Zentrums bestimmt wird. Thrombin ist einer der  Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren (F2, F7, F9, F10, PC, PS). Neben seiner Hauptfunktion in der Umwandlung von  Fibrinogen zu  Fibrin aktiviert Thrombin eine Reihe von  Gerinnungsfaktoren wie F5 ( F5a ist einbedeutender Gerinnungs-Beschleuniger), F8, F11, F13 oder von Inhibitoren der Gerinnung wie  Protein C und „thrombin-activatable fibrinolysis inhibitor“ (TAFI). Wenn Thrombin an das membranständige Thrombomodulin bindet, verliert es seine Reaktivität für Fibrinogen. Der Thrombin-Thrombomodulin-Komplex aktiviert Protein C und TAFI. An Thrombomodulin gebundenes Thrombin wird auch vom wichtigsten Inaktivator von Thrombin, dem  Antithrombin-3, inaktiviert. Daneben spaltet Thrombin eine Reihe zellulärer Rezeptoren („protease activated receptor“, PAR-1, PAR-3 und PAR-4), der neue N-Terminus, imitiert durch das Peptid TRAP („thrombin receptor activator peptide“) aktiviert die Zelle. PAR-1 und PAR-4 scheinen die wesentlichen Thrombinrezeptoren für die Aktivierung von humanen Thrombozyten durch Thrombin zu sein. Die Aktivierung von Thrombozyten - PAR-1 durch Thrombin scheint auch für den Synergismus von primärer und sekundärer Hämostase bei Kollagen-induzierter Hämostaseaktivierung verantwortlich zu sein. Die Präsenz von Thrombinrezeptoren auf Zellen wie T-Lymphozyten, Endothelzellen, Monozyten und Megakaryozyten erklärt die Vielzahl der Effekte von Thrombin.

Literatur

  1. Ofosu FA (2003) Protease activated receptors 1 and 4 govern the responses of human platelets to thrombin. Transfus Apher Sci 28:265–268CrossRefGoogle Scholar
  2. Stief TW, Jeske WP, Walenga J, Schultz C, Kretschmer V, Fareed J (2001) Singlet oxygen inhibits agonist-induced P-selectin expression and formation of platelet aggregates. Clin Appl Thromb Hemost 7:219–224CrossRefGoogle Scholar
  3. Stief TW (2013) Clinical biochemistry of thrombin. Hemostasis Laboratory 6: 1–11. https://www.novapublishers.com/catalog/product_info.php?products_id=42107

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Laboratoriumsmedizin und PathobiochemieKrankenhaus der Philipps-UniversitätMarburgDeutschland

Personalised recommendations