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Pressblotting

  • R. WestermeierEmail author
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

pressure blotting

Definition

Transfer von Proteinen aus Agarose- oder Polyacrylamidgelen durch Druck und Kapillarkraft.

Physikalisch-chemisches Prinzip

Agarosegele: Erst wird eine feuchte Blotmembran auf das Gel gelegt, darauf ein Stapel von trockenen Filterpapieren, darauf wiederum eine Glasplatte und ein Gewicht mit 1 kg/100 cm2. Der Transfer erfolgt in ein paar Sekunden.

Pressblotting ist die ideale Methode für Proteintransfers aus IEF-Polyacrylamidgelen, weil die Proteine am isoelektrischen Punkt keine Nettoladung und deshalb keine elektrophoretische Mobilität für einen Elektrotransfer haben und weil großporige Gele verwendet werden. Zur Erhöhung der Löslichkeit von Proteinen in Harnstoffgelen inkubiert man Gel und Blotmembran vor dem Transfer für 3 Minuten in einem Puffer mit 4 mol/L Guanidin-HCl in 50 mmol/L Tris-Cl pH 7,5.

Einsatzgebiet

Protein Blotting aus großporigen und foliengestützten Agarose- und Polyacrylamidgelen.

Untersuchungsmaterial

Biologische Flüssigkeiten, Gewebeextrakte, Zelllysate.

Instrumentalisierung

Ausrüstung für Polyacrylamidgel-Elektrophorese bestehend aus Horizontal- oder Minivertikalkammer, Stromversorger, Umlaufthermostat; Glasplatte, Gewicht mit mehreren Kilogramm; es gibt auch eigene Apparaturen für Pressblotting mit Hebelsystem anstelle des Gewichts.

Spezifizität

Hoch, da die Methode auf Immunreaktion beruht.

Sensitivität

Je nach verwendetem Detektionssubstrat von Nanogramm bis niedrigen Picogramm oder hohen Femtogramm.

Praktikabilität – Automatisierung – Kosten

Vereinfachtes Blotting von foliengestützten Gelen.

Bewertung – Methodenhierarchie (allg.)

Pressblotting ist eine Methode für biochemisch arbeitende Labors. Gibt meist gleichmäßigere Proteintransfers als Elektroblotting.

Literatur

  1. Towbin H, Özbey Ö, Zingel O (2001) An immunoblotting method for high-resolution isoelectric focusing of protein isoforms on immobilized pH gradients. Electrophoresis 22:1887–1893CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.FreisingDeutschland

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