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Prävalenz

  • R.-D. HilgersEmail author
  • N. Heussen
  • S. Stanzel
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

prevalence; a priori probability

Definition

Prävalenz bezeichnet die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Krankheit in der  Grundgesamtheit.

Beschreibung

Die Prävalenz wird geschätzt durch den Quotienten aus der Zahl der Erkrankten (an einer bestimmten Krankheit) und der Gesamtheit der Bevölkerung [d. h. der Quotient (a + c) / (a + b + c + d); s. Tabelle im Stichwort  Vierfeldertafel]. Die Prävalenz gibt die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass ein zufällig aus der Grundgesamtheit gezogener Proband erkrankt ist. Deshalb wird vielfach auch der Begriff A-priori-Wahrscheinlichkeit oder Vortest-Wahrscheinlichkeit verwendet. Damit wird ausgedrückt, dass die Prävalenz der Erkrankung bestimmt werden kann, ohne dass Informationen über die aufgetretenen Testergebnisse vorliegen.

In der klinischen Praxis stellt die Schätzung ( Schätzer) der Prävalenz kein einfaches Problem dar. Angaben zur Prävalenz beziehen sich meist auf Zeitperioden (z. B. Jahresprävalenz), da zu einem bestimmten Zeitpunkt (Tag) mit vertretbarem Aufwand keine geeignete Datenerhebung in einer sich ständig verändernden Population (dynamische Population) erfolgen kann. In die Ermittlung der Jahresprävalenz fließen dann die zu Beginn des Jahres Erkrankten und die Anzahl der Neuerkrankungen in fest definierten Zeitintervallen ( Inzidenz) ein.

Literatur

  1. Hilgers R-D, Bauer P, Scheiber V (2002) Einführung in die Medizinische Statistik. Springer, Berlin/Heidelberg/New YorkGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Medizinische StatistikUniversitätsklinikum der RWTH AachenAachenDeutschland
  2. 2.DKFZ HeidelbergHeidelbergDeutschland

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