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Parathormon-related Peptide

  • S. HoldenriederEmail author
  • P. Stieber
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Synonym(e)

 PTHrP

Englischer Begriff

parathormon-related protein

Definition

Das Parathormon-related Protein (PTHrP) ist ein Faktor im  Calcium-Haushalt. Die Aktivierung des klassischen  Parathormon-Rezeptors durch PTHrP am Knochen und an der Niere führt zu einer Hypercalciämie.

Struktur

Von verschiedenen Zellen werden PTHrP-Peptide mit einer Länge von 139, 141 und 173 Aminosäuren synthetisiert; die zirkulierenden Peptide sind allerdings kürzer. Die verfügbaren Tests messen unterschiedliche Anteile des PTHrP u. a. das aminoterminale (Aminosäure 1–34) oder das mittregionale (Aminosäuren 44–68 oder 53–84) Fragment.

Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination

Das Parathormon-related Protein (PTHrP) wird ubiquitär exprimiert und übt seine physiologische Wirkung vorwiegend außerhalb der Regulation der Calciumhomöostase als lokaler Faktor mit para- oder autokriner Funktion aus: in der Skelett- sowie während der Knorpelentwicklung, in Keratinozyten der Haut, in der Gefäßwand mit vasodilatatorischer Wirkung, in der uteroplazentaren Einheit und in der laktierenden Mamma.

Funktion – Pathophysiologie

Etwa 60–80 % der Patienten mit Tumorhypercalciämie weisen erhöhte PTHrP-Konzentrationen auf, insbesondere solche ohne Nachweis von Knochenmetastasen (humoral vermittelte Hypercalciämie). Die häufigsten Tumoren, die mit erhöhten PTHrP-Werten einhergehen sind das Bronchial-, Mamma-, Nieren-, Blasen- und Ösophaguskarzinom.

Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend renal. Einschränkungen der Nierenfunktion können zu erhöhten PTHrP-Konzentrationen führen.

Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen

Plasma.

Analytik

 Radioimmunoassay (RIA),  Immunradiometrischer Assay (IRMA).

Konventionelle Einheit

pmol/L.

Referenzbereich – Erwachsene

Da alle Methoden unterschiedliche Anteile von PTHrP nachweisen, streng methodenabhängig.

Indikation

  • Differenzialdiagnose einer Hypercalciämie bei bekanntem oder suspektem Karzinom

  • Verlaufskontrolle einer Hypercalciämie solider Tumoren während Therapie, insbesondere beim kleinzelligen Bronchialkarzinom, Nierenkarzinom und Mammakarzinom

  • Prognose für die Entwicklung von Knochenmetastasen beim Mammakarzinom

  • Therapieverlauf während Behandlung mit Bisphosphonaten

Interpretation

Der Nachweis einer erhöhten PTHrP-Konzentration bei gleichzeitiger Hypercalciämie weist auf das Vorliegen eines malignen Tumors und einer dadurch bedingte Tumorhypercalciämie hin. In allen anderen Fällen der Hypercalciämie, vor allem beim primären Hyperparathyreoidismus, ist die PTHrP-Konzentration normal.

Außerdem ist beim primären Hyperparathyreoidismus die Parathormonkonzentration erhöht, hingegen bei Tumorhypercalciämie erniedrigt oder im unteren Referenzbereich.

Diagnostische Wertigkeit

Differenzialdiagnose und Therapiemonitoring einer Hypercalciämie bei Verdacht auf Vorliegen eines Karzinoms.

Literatur

  1. Blind E, Raue F (2008) Parathormon-related protein. In: Thomas L (Hrsg) Labor und Diagnose, 7. Aufl. TH-Books, Frankfurt am Main, S 361–364Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Laboratoriumsmedizin, Deutsches Herzzentrum MünchenKlinik an der Technischen Universität MünchenMünchenDeutschland
  2. 2.Institut für LaboratoriumsmedizinKlinikum der Universität München (LMU)MünchenDeutschland

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