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Liquor-IgM, oligoklonal

  • T. O. KleineEmail author
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

oligoclonal IgM bands in CSF

Definition

Oligoklonale IgM-Banden (IgM-OB) in CSF, mittels  Isoelektrische Fokussierung (IEF) und immunspezifischer Detektion in Agargosegelen dargestellt, sind Kenngröße früher humoraler Immunantwort bei Entzündungsprozessen im Zentralnervensystem (ZNS) mit Ausschlussgrenze von 1–2 IgM-OB.

Struktur.

 Immunglobulin M.

Molmasse

Monomer: 179 kDa; Pentamer: 970 kDa.

Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen

CSF-, Subokzipital-(SOP-), Lumbal-Liquor.

Probenstabilität

Sofort entzellt, aliquotiert in sterilen Plastikröhrchen mit Schraubverschluss und bei –80 °C bis zu 1 Jahr gelagert; intensives Mischen nach Auftauen.

Referenzbereich – Erwachsene

Normaler Befund: polyklonales IgM-Grundmuster von parallel gleichen IgM-Banden im CSF- und Serumprobe mit unterschiedlichen pI: IgM-OB-Test negativ (vgl. im Stichwort  Liquor-IgG, oligoklonal, Abbildung, Befund I).

Referenzbereich – Kinder

S. Erwachsene.

Diagnostische Wertigkeit

IgM-OB-Test zuverlässiger und empfindlicher als quantitative Ermittlung von intrathekaler IgM-Synthese mit Formeln mit falsch-positiven und falsch-negativen Ergebnissen: bei verschiedenen ZNS-Krankheiten; falsch-positive Werte durch ungenügende Kompensation von Plasma-IgM in CSF mittels zu kleinen Albuminmoleküls bei Blut-Hirn-Schranken/Blut-Liquor-Schranken-Funktionsstörung ( Immunglobulinbestimmung, intrathekal empirisch [Reiber-Schema]) und Unterschiede bei Quantifizierung von IgM monomer und pentamer mit Mikropartikel-verstärkter Immunnephelometrie ( Liquor-Immunnephelometrie, partikelverstärkt); bei Verdacht auf Multiple Sklerose und negativem IgG-OB-Test und negativem IgG-Index ist IgM-OB positiv in 40 % der Fälle.

Literatur

  1. Sindic CJM, Monteyne P, Laterre EC (1994) Occurrence of oligoclonal IgM bands in the cerebropsinal fluid of neurological patients: an immunoaffinity-mediated capillary blot study. J Neurol Sci 124:215–219CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Laboratoriumsmedizin und PathobiochemieMolekulare Diagnostik Standort Marburg, Referenzlabor für Liquordiagnostik, UKGM Universitätsklinikum Gießen und MarburgMarburgDeutschland

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