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Laktulose-Mannitol-Test

  • A. M. GressnerEmail author
  • O. A. Gressner
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Synonym(e)

 L/M-Test;  L/M-Quotient

Englischer Begriff

leaky gut test

Definition

Oraler Funktionstest zur differenzierten Erfassung der parazellulären und transzellulären Resorptionsleistung der Dünndarmmukosa, die mit den applizierten Di- bzw. Monosacchariden Laktulose (L, parazelluläre Aufnahme) und Mannitol (M, transzelluläre Aufnahme) durch Messung der Ausscheidungsmengen beider Moleküle im 5-Stunden-Sammelurin in ein Verhältnis (L/M-Quotient) gesetzt werden.

Beschreibung

Die Dünndarmmukosa stellt mit einer sehr großen Resorptionsfläche die wichtigste Verbindung des menschlichen Organismus zur Umwelt dar. Über diese Barriere erfolgt nicht nur die Resorption der Nahrungskomponenten, sondern auch die Aufnahme komplexer organischer (z. B. bakterieller Endotoxine) und anorganischer Moleküle (z. B. Spurenelemente, Schwermetalle). Eine Reduktion oder ein Verlust der differenzierten Barrierefunktion des Darmepithels und der „tight junctions“ liegt bei dem Leaky-Gut-Syndrom vor, das u. a. im Rahmen intestinaler Entzündungen (z. B. M. Crohn), bei Immunreaktionen gegenüber Neoantigenen, Autoimmunreaktionen, zirkulierenden Immunkomplexen und bei Antibiotikatherapie auftritt. Die intestinale Resorptionssteigerung führt neben der Aufnahme von (Endo)Toxinen, Antigenen und Makromolekülen auch zur Resorption biogener Amine und Schadstoffen.

Diagnostik

Die Permeabilitätserhöhung des Dünndarms wird mit dem Laktulose-Mannitol-Funktionstest erfasst. Dabei wird die Resorption des oral verabreichten, wasserlöslichen, nicht metabolisierten, aus Fruktose und Galaktose bestehenden Disaccharids Laktulose (L) und des ebenfalls nicht metabolisierten Monosaccharids Mannitol (M) durch Messung ihrer Ausscheidungsmengen im 5-Stunden-Sammelurin in Beziehung gesetzt, wobei L den parazellulären und M den transzellulären (pinozytotischen) Resorptionsweg benutzt.

Beurteilung

Im Urin Gesunder ist der L/M-Quotient entsprechend niedrig, da vom Mannitol der physiologische Resorptionsweg eingehalten und Laktulose im Wesentlichen nicht aufgenommen wird. Ein hoher L/M-Quotient hingegen weist auf eine intestinale Permeabilitätssteigerung durch Reduktion oder Verlust der „tight junctions“ im Darmepithel hin (Leaky-gut-Syndrome). Gleichzeitig ist der transzelluläre endotheliale Transportweg von Mannitol durch Abnahme der Endothelzellen unter diesen Bedingungen eingeschränkt.

Literatur

  1. Odenwald MA, Turner JR (2013) Intestinal permeability defects: is it time to treat? Clin Gastroenterol Hepatol 11(9):1075–1083CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Labor Dr. Wisplinghoff BerlinBerlinDeutschland
  2. 2.Labor Dr. Wisplinghoff KölnKölnDeutschland

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