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Analyse

  • T. ArndtEmail author
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

analysis

Definition

Bezeichnung für den Gesamtprozess zur quantitativen Bestimmung einer oder mehrerer in einer Analysenprobe enthaltenen Substanzen (quantitative Analyse) oder zur Untersuchung einer Analysenprobe auf Vorhandensein bzw. Abwesenheit einer oder mehrerer Substanzen (qualitative Analyse) meist mithilfe chemischer oder physikochemischer Verfahren.

Beschreibung

Die Analyse im o. g. Sinn ist Gegenstand der Analytischen Chemie (Analytik), aus der sich die klinisch-chemische sowie toxikologische Analytik als Spezialgebiete ableiten.

Nach o. g. Definition beinhaltet die Analyse nicht nur den eigentlichen Mess- oder Detektionsvorgang, sondern auch die Primärproben( Spezimen)-nahme, -aufbereitung und die  Ergebniserfassung und -auswertung (präanalytische, analytische und postanalytische Phase der Befunderstellung [ Befunderstellung, Teilschritte]). Die Qualität einer Analyse wird durch  Messrichtigkeit und  Messpräzision charakterisiert, d. h., das Analysenergebnis muss dem theoretischen Zielwert möglichst nahe kommen und in der Wiederholungsanalyse mit einer möglichst geringen Abweichung reproduziert werden können.

Maßnahmen, eine richtige und präzise Analyse zu gewährleisten sind u. a. (zur Erläuterung s. jeweils dort)
  • in der präanalytischen Phase:
    • Probenvorbereitung, z. B. zur Abtrennung von Störsubstanzen durch Proteinfällung, Zentrifugation, Flüssig-Flüssig-Extraktion oder Festphasenextraktion

  • in der analytischen Phase:
    • Mitführen von internen Standards, die nicht ursprünglich in der Analysenprobe enthalten sind, chemisch-strukturell dem Analyten ähnlich und mit diesem in der präanalytischen und analytischen Phase vergleichbare Eigenschaften aufweisen

    • Kalibration mit geeigneten Kalibrationsmaterialien, z. B. Standardlösungen von Elementen und niedermolekularen Verbindungen, internationalen Standardpräparationen von Proteinen (z. B. CRM-470-Standard)

    • Umfassende Validierung von Analysenverfahren, u. a. bzgl. Nachweisgrenze, Linearität, Wiederfindung, Inter- und Intra-Assay-Variationskoeffizient, Probenstabilität und Einfluss von Lipämie, Ikterus und Hämolyse auf den Messvorgang

    • Parallele Analyse von zertifiziertem Qualitätskontrollmaterial

    • Teilnahme an Ringversuchen

  • in der postanalytischen Phase:
    • Technische Kontrolle des Analysenergebnisses

    • Medizinische Validierung der Analysenergebnisse (Plausibilitätsprüfung)

    • Validierung und regelmäßige Kontrolle der Labor-EDV und ggf. der Datenfernübertragung auf Rechen- und Übertragungsfehler

In Abhängigkeit vom  Analysegerät können verschiedene Analyte einer oder mehrerer Analysenproben einzeln und nacheinander (diskret) oder parallel (mehrere Analyte und/oder Analysenproben gleichzeitig) bestimmt werden. Die Analysezeiten können in Abhängigkeit von Analyt und/oder  Messverfahren wenige Minuten bis mehrere Stunden (u. U. mehrere Tage) betragen.

Literatur

  1. Haeckel R et al (1995) Prinzipien klinisch-chemischer Methoden. In: Greiling H, Gressner AM (Hrsg) Lehrbuch der Klinischen Chemie und Pathobiochemie, 3. Aufl. Schattauer Verlag, Stuttgart/New YorkGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  1. 1.Bioscientia Institut für Medizinische Diagnostik GmbHIngelheimDeutschland

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