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Kleiderkonfektion und Schneiderei

  • A. Alexander
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Zusammenfassung

Von jeher bekannt als hervorstechendste Eigentümlichkeit des Schneiderberufes ist die schwächliche Körperbeschaffenheit seiner Angehörigen. Nadel, Faden und Schere sind nicht schwer zu handhaben, eher schon das Bügeleisen, doch auch nur, wenn es längere Zeit hindurch bewegt werden muß. Drum sind es meist körperlich minderwertige, in der Entwicklung zurückgebliebene, evtl. mit allerlei Krankheitsanlagen und Gebrechen behaftete junge Menschen, die sich diesem Handwerk zuwenden, wenn auch, namentlich bei den Mädchen, vielfach andere, auch soziale Gesichtspunkte bei der Wahl mitsprechen. Das unter dem Druck des ehernen Lohngesetzes niedrig bemessene Einkommen bedingt niedere Lebenshaltung, ungenügende Ernährung, ungenügende, schlechte Wohnung. Dem Heimarbeiter steht oft für sich und seine Familie zum Wohnen, Schlafen und Arbeiten nur ein Raum zur Verfügung, der häufig genug gleichzeitig auch noch Krankenstube ist (1). Die Luft in diesen Räumen ist verdorben, nicht nur durch die übergroße Zahl der in ihnen hausenden Personen. Wo mit Kohlenbügeleisen gearbeitet wird, kommt eine nicht unbedeutende Beimengung von Kohlenoxyd und Kohlendioxyd hinzu. In dicht besetzten Fabriksälen sind die Verhältnisse wenig besser. Zur Zeit erhöhten Bedarfs, in der „Saison“, ist die Arbeit gehäuft, intensiv und hastig, vor allem übermäßig ausgedehnt (bis 14 Stunden!). Heimarbeiter dürften zur Erhöhung des knappen Lohnes u. U. noch länger arbeiten.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1926

Authors and Affiliations

  • A. Alexander
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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