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Gummi-Industrie

  • H. Gerbis
Chapter

Zusammenfassung

Zur Herstellung von Gummiwaren wird Kautschuk gewaschen, mit verschiedenen Zusätzen geknetet, geformt und vulkanisiert. Der Kautschuk ist im Milchsafte verschiedener tropischer Pflanzen1) emulgiert enthalten, wird aus Verwundungen der Baumrinde gewonnen, erstarrt an der Luft; die Kautschukkörnchen werden durch Räuchern oder mittels Essigsäure zum Gerinnen gebracht und enthalten außer beim besten Pflanzungspara, Verunreinigungen in Gestalt von Harzen und Eiweißkörpern eingeschlossen, die den Wert des Produktes nachteilig beeinflussen. Die Kautschukkuchen werden zwischen Walzen, die mit verschiedener Geschwindigkeit dicht aneinander umlaufen, zerrissen und gequetscht, wobei fließendes Wasser die bloßgelegten Verunreinigungen abspült. Der gewaschene Kautschuk wird getrocknet und dann zwischen erhitzten Walzen geknetet und zu Klumpen von 5–10 kg Gewicht vereinigt („Puppen“). Für die meisten Verwendungen wird nicht reiner Kautschuk genommen, sondern es werden Streck-, Beschwerungs-, Füll- und Färbemittel hinzugesetzt, oft zugleich mit dem der Vulkanisierung dienenden Schwefel. Die Eigenschaften des Kautschuks werden durch Zusätze verändert. Als Streckmittel dient Faktis, der durch Einwirkung von Schwefel auf Fette und Öle hergestellt wird und kautschukähnlich ist, sowie für geringere Zwecke regeneriertes, d. h. schwefelfrei gemachtes Altgummi, ferner an organischen Stoffen Mineralöle, Harzöl, Paraffin, Asphalt, Teer, Pech u. a. m., während an anorganischen Füllstoffen Gips, Kaolin, Schwerspat, Goldschwefel (Antimonpentasulfid), Bleioxyd, Bleiglätte, Mennige, Zinkoxyd, Lithopon, Magnesiumoxyd u. a. m. in Frage kommen, von denen einige, ebenso wie Zinnober, färbende Eigenschaften haben, andere (Bleiglätte, Zinkoxyd, Magnesiumoxyd) den Vulkanisationsprozeß beschleunigen und die Zugfestigkeit des Produktes erhöhen. Der Knet- und Mischprozeß geschieht zwischen geheizten Walzen oder in Mastikatoren. Die Walzmaschinen müssen mit sicheren Momentausrückern, Schutzstangen und Brüstungsstangen versehen sein, damit nicht die Hand des Arbeiters zwischen die rotierenden Walzen gezogen wird, was besonders an den Mischwalzwerken beim Ablösen der den Walzen anklebenden Masse geschehen kann, wenn nicht dieses Ablösen mechanisch geschieht. Bei den bisherigen Arbeiten ergeben sich gesundheitliche Gefahren für die Arbeiter nur aus verstäubenden Füll- und Farbstoffen giftiger Natur, besonders wenn diese durch die, technisch vorteilhafte, feinste Vermahlung leicht stäubend werden. Staubverhütungs- und Absaugungseinrichtungen, Atemschützer und Reinlichkeit beim Mahlen und Einfüllen! Insbesondere hat der Zusatz von Bleiverbindungen früher zu schweren Vergiftungen Veranlassung gegeben. Heute werden Bleiverbindungen nur mehr in geringem Umfange verwendet.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1926

Authors and Affiliations

  • H. Gerbis
    • 1
  1. 1.ErfurtDeutschland

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