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Die Aërotherapie

  • M. van Oordt
Chapter
Part of the Enzyklopaedie der Klinischen Medizin book series (EKM)

Zusammenfassung

Begriff der Freiluftbehandlung. Die Aërotherapie befaßt sich mit der Wirkung der physikalischen Eigenschaften der freien Luft in ruhendem und bewegtem Zustande auf die menschliche Gesundheit, und zwar vorwiegend durch Einwirkung auf den nackten Körper. Damit untrennbar verbunden ist eine gewisse Lichtwirkung, die sich allerdings im Gegensatz zur Heliotherapie auf das diffuse Licht fast mehr erstreckt als auf die direkte Sonnenstrahlung und jedenfalls nicht in erster Linie eine Strahlungstherapie betreiben will. Dazu tritt in der Aërotherapie das Bestreben, mit der physikalischen Luftwirkung auf die Haut und die Schleimhäute allgemeine klimatotherapeutische, hydriatische und kinetische Wirkungen, soweit dies irgend zulässig ist, zu verbinden Sie behandelt sozusagen mit der Absicht: 1. in prophylaktischer Hinsicht den Menschen aus den domestizierten Verhältnissen, die seiner Gesundheit unter Umständen zum Schaden gereichen, herauszuheben und ähnlich wie die Pflanzen oder das Tier in ausgiebigeren Kontakt mit den atmosphärischen Einwirkungen zu bringen, und 2. mit Hilfe dieser Einwirkungen dem Funktionsgetriebe des menschlichen Organismus eine Richtung zu geben, in der die durch Mangel an Übung erschlafften reaktiven Funktionen sowie die durch übermäßige Inanspruchnahme überreizten Organe wieder befähigt werden, einen kräftigen Gegenstoß zu führen gegen artschädigende Einflüsse infektiöser und thermischer Natur und ihre Folgen. Damit werden die Erkältungen und Infektionen, oder degenerative, atrophierende Vorgänge, als welche etwa allgemeine Schwäche, Gefäßschwäche, Störungen der blutbereitenden Organe, Verdauungsstörungen, Nervenschwäche, vielleicht auch indirekt die sklerotischen und frühzeitig senilen Veränderungen aufzufassen sind, getroffen.

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Literatu

Aërotherapie

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1920

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  • M. van Oordt

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