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Die Geschlechtszellen und die Befruchtung

  • Richard Goldschmidt
Chapter
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 2)

Zusammenfassung

Man kann wohl annehmen, daß es heute jedermann bekannt ist, daß der Körper aller Lebewesen aus Zellen zusammengesetzt ist, die, je nach ihrer Aufgabe, zwar allerlei Verschiedenheiten zeigen, aber sich alle darin gleichen, daß sie eben Zellen sind. Also die Haut besteht aus Hautzellen, die so beschaffen und angeordnet sind, daß sie zusammen eine feste schützende Hülle bilden; die Drüsen bestehen aus Drüsenzellen, die die Fähigkeit haben, Säfte auszuscheiden; die Muskeln aus Muskelzellen, die als stark in die Länge gestreckte Bildungen die Fähigkeit angenommen haben, sich zusammenzuziehen und wieder zu strecken; die Nerven bestehen aus Nervenzellen, Sinnesorgane aus Sinneszellen usf. Wie verschieden nun auch in Form und Aussehen und Aufgabe alle diese Zellen sein mögen, in einem Punkt sind sie alle gleich, daß sie aus den zwei Hauptbestandteilen jeder Zelle, dem weichen, schleimigen Zelleib oder Protoplasma und dem darinliegenden bläschenförmigen Zellkern bestehen. Verfolgt man nun all die verschiedenen Zellarten, die einen fertigen Körper zusammensetzen, rückwärts, also durch die ganze Entwicklung des Lebewesens rückwärts bis zum Ei, aus dem es entstand, so findet man, daß, je weiter wir in der Entwicklung zurückgehen, um so ähnlicher alle Zellen einander werden. Und schließlich kommen wir zu Entwicklungsstadien, in denen alle Zellen im wesentlichen einander gleich sind, nämlich kugelige oder würfelförmige Protoplasmaklümpchen mit einem Kern im Zentrum. Zählen wir nun die Zellen auf einem so frühen Stadium, so finden wir sehr viel weniger als später im fertigen Lebewesen; und verfolgen wir nun wieder in der natürlichen Reihenfolge die Umwandlungen, die von diesem Entwicklungsstadium zum fertigen Wesen führen, so sehen wir, daß sie aus zweierlei Vorgängen bestehen, nämlich einer immer wieder erfolgenden Vermehrung der Zellen, dadurch, daß sich jede einzelne in zwei teilt und darauf einer inneren Umwandlung der einzelnen Zelle aus ihrer einfachen Kugelform zu Form und Bau der verschiedenen Zellarten.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1933

Authors and Affiliations

  • Richard Goldschmidt
    • 1
  1. 1.Kaiser Wilhelm-Institut für BiologieBerlin-DahlemDeutschland

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