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Weitere Anwendungen der Spieltheorie: Experimentelle Spiele

  • Anatol Rapoport
Chapter
Part of the Physica Paperback book series (PHPA)

Zusammenfassung

Das Spiel als Modell eines Konflikts eröffnet die Möglichkeit, Konflikte im Labor zu studieren. Seit kontrolliertes Experimentieren vor allem in den Naturwissenschaften als grundlegendes Forschungsmittel begründet worden ist, ist es wohl kaum noch nötig, seinen methodologischen Wert zu betonen. Die Übertragung der experimentellen Methoden auf die Sozialwissenschaften ist jedoch mit ähnlich ernsten Problemen und Schwierigkeiten verbunden, wie die Ausdehnung der mathematischen deduktiven Methode auf diese Wissenschaften.

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Literatur

  1. 1).
    Reduktionisten nehmen an, daß soziales Verhalten in letzter Instanz durch das Verhalten einzelner Individuen bestimmt ist, das seinerseits durch eine Folge neurophysiologischer Zustände determiniert wird, welche wiederum lediglich physikalisch-chemische Ereignisse sind. Zweifelsohne handelt es sich dabei um eine Erweiterung der deterministischen Konzeption der Realität von Laplace. Nach Laplace wäre ein Wesen, das den Ort und dieGoogle Scholar
  2. Geschwindigkeit eines jeden Teilchens im Universum zu einem Zeitpunkt bestimmen könnte, in der Lage, alle zukünftigen Zustände des Universums (d.h. alle Ereignisse) vorherzusagen. Der Reduktionismus hat einen Großteil der physiologischen Forschung mitbestimmt, bei der es um die Erklärung physiologischer Ereignisse durch chemische und physikalische Gesetzmäßigkeiten ging. Auch die Reduktion vieler chemischer Gesetze auf physikalische hat viel zur Bekräftigung des reduktionalistischen Standpunktes beigetragen. Die Entdeckung bedingter Reflexe gab den Anlaß zum reduktionistischen Ansatz in der Psychologie. Es ist jedoch höchst unwahrscheinlich, daß insbesondere Verhaltensweisen von Organismen mit komplexen Nervensystemen durch eine detaillierte Wiedergabe der begleitenden neurophysiologischen Ereignisse ausreichend beschrieben oder erklärt werden können -ausgenommen vielleicht die allereinfachsten. Es scheint daher, daß der Reduktionismus kein praktikables Forschungsprogramm außerhalb der Grenzen der Physiologie darstellen kann.Google Scholar
  3. 2).
    Eine von Guyer/Perkel [1972] zusammengestellte Bibliographie experimenteller Spiele zählt über tausend bekannte Experimente auf. Mehr als die Hälfte dieser Experimente bezog sich auf das Gefangenendilemma.Google Scholar
  4. 3).
    Dies ist nicht die einzige Erklärung. Im beschriebenen Experiment gibt die Bedingung der gewählten Drohung jedem Spieler die Möglichkeit, sich nach einer Konfrontation „zurückzuziehen“. Dies ist unter der Bedingung der aufgezwungenen Drohung nicht der Fall. Folglich können die Spieler unter der Bedingung der gewählten Drohung „härter“ verhandeln. Dies könnte entsprechend den Unterschied zwischen dem bevorzugten und dem benachteiligten Spieler schärfer hervortreten lassen.Google Scholar
  5. 4).
    Es muß jedoch betont werden, daß das gegebene Argument bei weitem nicht überzeugend ist. Da der Wert der Zufallsvariablen (1/2) (|Z 1 — Z2 | + | S 1 — S 2 |) niemals negativ ist, muß ihr Mittelwert — solange ihre Varianz von Null verschieden ist — positiv sein, wie auch immer ihre Distribution sein mag. Solange uns daher der Mittelwert dieser Zufallsvariablen unter der Nullhypothese (Symmetrie) nicht bekannt ist, können wir die Größe der Abweichung von ihr nicht feststellen, die ja erst eine Zurückweisung der Nullhypothese rechtfertigen würde. Die Frage, ob die in N1 enthaltene Nullhypothese zurückgewiesen werden kann, muß daher offen bleiben.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1980

Authors and Affiliations

  • Anatol Rapoport

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