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Gelenkplastiken an Schulter, Ellenbogen, Hand und Fuß

  • H. Mittelmeier
Chapter
Part of the Langenbecks Archiv für Chirurgie book series (LAC)

Zusammenfassung

Zur Wiederherstellung der Gelenke an der oberen Extremität und am Fuß gab es über Jahrzehnte hinweg nur die Möglichkeit der „klassischen“ Resektions-Interpositions-Plastik. Die Ergebnisse sind am Ellenbogen, am Handgelenk und an den Zehengelenken gut; an der Schulter und am Sprunggelenk befriedigen sie jedoch nicht. Unter Verwendung der dauerhaft gewebsverträglichen Metall-Legierung Vitallium wurden für die Gelenke der oberen Extremität auch alloplastische Methoden entwickelt, die heute erfolgreich mit der klassischen Arthroplastik konkurrieren. Auch die Homoioplastik erfährt an den Gelenken der oberen Gliedmaßen derzeit eine Wiederbelebung. — An der Schulter ist die klassische Interpositionsplastik wenig erfolgreich; mit der Endoprothesenplastik lassen sich aber heute gute Erfolge erzielen, sofern die Sehnenmanschetten am künstlichen Humeruskopf reinseriert werden, um das Gelenk dynamisch zu stabilisieren, und sofern die Pfanne erhalten ist. Am Ellenbogen sind mit der Lexer-Plastik unter gewissen Voraussetzungen befriedigende Ergebnisse zu erzielen, wenn die Patienten keine schwere Arbeit mehr leisten müssen. Bezüglich des proximalen Radioulnargelenkes ist jedoch zur Erzielung guter Pro- und Supinationsfähigkeit die Radiusköpfchenresektion vorzuziehen. Am Ellenbogen können aber auch mit der Alloplastik erfreuliche Primärergebnisse erzielt werden. Auch an der Handwurzel hat die klassische Interpositionsplastik sich nicht grundsätzlich durchsetzen können. Hier wird vielfach der stabilen Arthrodese des Radiokarpalgelenkes der Vorzug gegeben. Auch die klassische Arthroplastik des distalen Radioulnargelenkes ist der Resektion des Ulnaköpfchens unterlegen. Mit der Resektionsplastik nach Steinhäuser haben wir jedoch in Verbindung mit einer Kapsel-interposition gute Ergebnisse erzielt, sofern keine Schwerarbeit mehr geleistet werden muß. Die partielle Alloplastik in Form des Mondbeinersatzes hat nicht befriedigt; über die totale Alloplastik des Handgelenkes liegen noch kaum Erfahrungen vor. Auch an den stark belasteten Sprunggelenken und der Fußwurzel führt die klassische Interpositionsplastik im allgemeinen zum Mißerfolg. Hier ist bei schweren Gelenkdestruktionen noch heute die Arthrodese vorzuziehen, da es noch keine gängigen Verfahren der Alloplastik gibt. An den Zehengelenken führen die klassischen Gelenkplastiken mit Resektion an einer Phalanx, insbesondere auch am Großzehengrundgelenk, zu befriedigenden Ergebnissen (Brandes u. a.), so daß hier kein Bedürfnis nach einer Alloplastik besteht.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • H. Mittelmeier
    • 1
  1. 1.Homburg/SaarDeutschland

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