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Zoologische Musealtechnik

  • C. Zimmer
Chapter

Zusammenfassung

Das wissenschaftliche Museum hat eine doppelte Aufgabe: Einmal soll es das Material speichern, das der Forscher für seine wissenschaftlichen Arbeiten braucht, und ihm das, was er jeweils nötig hat, zugänglich machen. Dann soll es der Allgemeinheit Anregung und Belehrung gewähren. Das Museum der früheren Zeit suchte beide Ziele durch eine einzige, einheitliche Sammlung zu erreichen, die vor allem dem Forscher diente, aber doch auch in gewissen Stunden dem Publikum zur Besichtigung offenstand. Wenn hier eine Änderung eintrat, so gab dazu den ersten Anstoß die harte Notwendigkeit. Der Platzmangel zwang allmählich den Museumsverwalter, von einer Schaustellung aller seiner Schätze abzusehen und einen Teil, für den Forscher wichtig, weniger aber für das Publikum, aus der Schausammlung herauszunehmen und unter möglichster Platzersparnis unterzubringen. Allmählich reifte die Erkenntnis, daß eine solche Trennung nur im Interesse der Sache selbst liege. Sind doch die beiden Aufgaben, denen das Museum dient, so grundlegend verschieden, daß es unmöglich ist, durch eine einheitliche Sammlung ihnen beiden in gleicher Vollkommenheit gerecht zu werden. Immer mehr kam man dazu, das gesamte Material zu teilen und zwei Parallelsammlungen, eine für den Forscher, die andere für das Publikum, einzurichten. Selbst kleinere und kleinste Museen zeigen heute nicht mehr alles, was sie haben, dem Publikum. Und bei den großen Museen ist die Trennung vollkommen durchgeführt. Eine Schausammlung enthält einen Teil des Materials, nach didaktischen Gesichtspunkten ausgewählt und aufgestellt und dem Dienste des Publikums gewidmet. Die Hauptmasse des Materials ist, dem Publikum nicht zugänglich, nach Unterbringung und Anordnung so aufgestellt, daß tunlichst Platz gespart wird und doch alles übersichtlich und leicht erreichbar ist. Dieser Teil wird mit verschiedenen Namen bezeichnet: Hauptsammlung, Magazinsammlung, wissenschaftliche Sammlung, Forschungssammlung usw.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1928

Authors and Affiliations

  • C. Zimmer
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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