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Morphologische Blutuntersuchung

  • A. v. Domarus
Chapter
Part of the Enzyklopaedie der Klinischen Medizin book series (EKM)

Zusammenfassung

Die mikroskopische Untersuchung der geformten Blutbestandteile, die neben der Bestimmung des Blutfarbstoffs und der Zählung der roten und weißen Blutkörperchen einen hervorragenden Platz in der Blutuntersuchung einnimmt, kann auf verschiedene Weise vorgenommen werden. Entweder untersucht man das frische Blut so, wie es aus der Stichwunde quillt, ohne es mit irgendwelchen Reagenzien zu versetzen. In derartigen Präparaten, den sogenannten Nativ-präparaten, hat man gewissermaßen das lebende Blut vor Augen und kann darin bei entsprechender Anordnung die verschiedenen Lebensäußerungen der Blutzellen (z. B. die Phagozytose usw.) sowie die Bewegungen etwa vorhandener Parasiten (Malaria, Recurrens usw.) beobachten. Demgegenüber steht die postmortale Untersuchung, bei der das Blut einer Reihe verschiedener Prozeduren wie Fixierung, Färbung, evtl. Einbettung unterworfen wird. In der Mitte zwischen Nativpräparat und fixiertem Präparat steht die Untersuchung mittels der Vitalfärbung.

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Referenzen

  1. 1).
    Es sei hier darauf hingewiesen, daß die häufig für die Dunkelfeldbeleuchtung angewendete Bezeichnung Ultramikroskopie in dieser allgemeinen Form unzutreffend ist. Bei den hier zu beschreibenden Dunkelfeldmethoden handelt es sich nicht eigentlich um Sichtbarmachung derjenigen kleinsten Teilchen, die außerhalb der Grenzen des Auflösungsver-mögens des Mikroskops liegen, sondern vielmehr um ein Verfahren, um mikroskopische Objekte, die infolge des geringen Unterschiedes ihrer Lichtbrechung gegenüber derjenigen des Mediums nicht sicher wahrnehmbar sind, deutlich sichtbar zu machen. Es ist daher auch falsch, die mit dieser Methode dargestellten leuchtenden Teilchen ohne weiteres als ultramikroskopisch zu bezeichnen. Als TjItramikronen (<0,2µ) kommen höchstens bestimmte Elemente im Zellinnern der Blutkörperchen sowie allenfalls die Hämokonien in Betracht.Google Scholar
  2. 1).
    Empfehlenswert ist z. B, die kleine Handregulierbogenlampe von Zeiß bzw. die LiliputbogenIampe von Leitz (vergl. Abb. 177).Google Scholar
  3. 1).
    Abb. 178 unf 179 sind den Buche von Nocht unf MayerL Die Malaria, Verlag Springer, entnommen.Google Scholar
  4. 1).
    Abb. 182 ist dem Buche von Nocht u. Mayer: Die Malaria, Verlag J. Springer entnommen.Google Scholar
  5. 1).
    Wer sich ausführlicher über die Theorie der Färbung orientieren will, sei auf das Werk von Niet zki sowie speziell für histologische Zwecke auf die Monographien von Pappenheim sowie Michaelis verwiesen.Google Scholar
  6. 2).
    Unsere Kenntnisse von dem Verhalten der Teerfarbenstoffe Geweben gegenüber verdanken wir vor allem den Erfahrungen in der Färbung technischer Gewebe (Wolle und Seide), zumal sich gezeigt hat, daß in mancher Hinsicht eine weitgehende Übereinstimmung der sich hierbei vollziehenden Prozesse mit den Vorgängen bei den histologischen Färbungen besteht.Google Scholar
  7. 1).
    In Firma Dr. Hollbom, Leipzig, Kronprinzstr. 71.Google Scholar
  8. 1).
    Methylenblau und Methylenviolett sind in Äther unlöslich.Google Scholar
  9. 1).
    Neuerdings hat Giemsa die Zusammensetzung der Stammlösung durch Verminderung der Glyzerinmenge und Erhöhung des Gehaltes an Methylalkohol modifiziert (vgl. Schnellfärbung nach Giemsa S. 342).Google Scholar
  10. 1).
    Die Bezeichnung „alt” und „neu” bei der Giemsalösung bedeutet das ältere resp. neuere Rezept für die Stammlösung mit verschiedenem Gehalt an Methylalkohol (vgl. S. 340ff.).Google Scholar
  11. 1).
    Grübler stellt zwei verschiedene Panchromfärbungen her. Lösung I dient für Blutfärbungen. Lösung II für Schnittfärbungen.Google Scholar
  12. 1).
    Es mögen an dieser Stelle einige Bemerkungen über das Wesen der Metachromasie masie Platz finden. Zunächst kann einmal die Eigenschaft der metachromatischen Färbung, d. .fader Eigentümlichkeit, gewisse Zellbestandteile in einer anderen .Farbnuance zu färben als andere, auf Verunreinigung des betreffenden Farbstoffes mit einem anderen Farbstoff beruhen. So ist die Tatsache, daß Jodgrün das Amyloid rot färbt, auf die gleichzeitige .Anwesenheit von Methylviolett als Verunreinigung zurückzuführen (Michaelis). Hier handelt es sich um scheinbare Metachromasie. Das Gleiche dürfte z. B. auch für die Färbung mit dem Unnaschen polychromen Methylenblau gelten. Echte Metachromasie im Sinne Ehrlichs setzt die Färbung mit einem chemisch einheitlichen Farbstoff voraus. Zu diesen Farbstoffen, die sämtlich basisch sind, gehören u. a. Methylviolett, Gentianaviolett, Dahlia aus der Reihe der Triphenylmethanfarbstoffe, Thionin, Methylenazur sowie Toluidinblau aus der Gruppe der Thiazine, ferner Kresyrviolett (Oxazinfarbstoff) und andere mehr. Da nun ausnahmslos die metachromatische Farbnuance eines Farbstoffs derjenigen seiner freien Base entspricht, so hatte Pappenheim daraus den Schluß gezogen, daß es sich bei der metachromatischen Färbung um den Ausdruck einer chemischen .Reaktion in dem Sinne handele, daß die chromotropen Gewebselemente, also z. B. die Mastzellgranula sich wie Alkalien verhalten, die aus dem Farbsalz die Base in Freiheit setzen und sich mit dieser färben. Diese Beweisführung hat sich als nicht stichhaltig erwiesen. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, daß die nach dieser Theorie zu erwartende Umfärbung der metachromatisch gefärbten Granula bei Behandlung mit Säuren ausbleibt. Michaelis vertritt vielmehr die Auffassung, daß diese Erscheinung auf der Tautomerie der die Metachromasie zeigenden Farbstoffe beruht, wobei die tautomeren Modifikationen verschieden gefärbt sind. Bestimmte physikalische Bedingungen, die in den chromotropen Zellbestandteilen gegeben sind, bewirken die Umlagerung des Farbstoffmoleküls in die tautomere Modifikation. Für die indaminartigen Farbstoffe (Thiazine, Oxazine) im speziellen ist es von Bedeutung, worauf Nietzki hingewiesen hat, daß bei der rotgefärbten Modifikation die Salzbildung stets an dem Binde-N und nicht an einem der Seiten-N der Strukturformel erfolgt, wogegen bei der blauen Modifikation die Salzbildung sich an einem Seiten-N vollzieht. Michaelis hat dann weiter argumentiert, daß es nicht so die Salzbildung am Binde-N als das Freibleiben eines Seiten-N ist, was die bestimmte Farbe (z. B. Kot beim Thionin) bedingt. Hieraus würde sich erklären, daß die Nuance der metachromatisch gefärbten Substanz die gleiche wie die der freien Base ist. Allgemein läßt sich die Regel aufstellen, daß von den indaminartigen Farbstoffen diejenigen metachromatisch zu färben vermögen, die mindestens eine freie, nicht substituierte Amidogruppe besitzen, während die Farbstoffe, in denen sämtliche Amido-gruppen substituiert sind, nicht metachromatisch sind. Es läßt sich somit aus der chemischen Konstitution dieser Farbstoffe ohne weiteres erkennen, ob sie metachromatisch färben oder nicht. Nach Michaelis muß man allerdings bei Anerkennung dieses Gesetzes die bisherigen Strukturformeln einzelner metachromatischer Farbstoffe (Methylviolett, Methylenazur) einer Revision unterziehen (vgl. d. Art. „Metachromasie” von Michaelis in Enzyklopäd. d. mikroskopischen Technik).Google Scholar
  13. 1).
    Nach Marchand empfiehlt es sich, die 1 proz. Lösungen auf das 5fache zu verdünnen.Google Scholar
  14. 1).
    Vgl. die Beobachtung von Raubitschek, der die Indophenoloxydase bei Zyankalivergiftung vermißte.Google Scholar
  15. 1).
    Teile konz. alkohol. Methylgrünlösung und 2 Teile konz. alkohol. Pyroninlösung.Google Scholar
  16. 1).
    Bezüglich Vitalfärbung der Blutplättchen vgl. Kapitel „Untersuchung der Blutplättchen” S. 368.Google Scholar
  17. 1).
    Hier sei daran erinnert, daß bei Gewinnung von Blutplättchen in Tierversuchen die Injektion von gerinnungshemmenden Substanzen wie Pepton usw. vor der Blutentnahme nicht angängig ist, da durch diese Stoffe die Blutplättchen aus dem Blute verschwinden.Google Scholar
  18. 1).
    Es möge an dieser Stelle besonders darauf hingewiesen werden, daß für einen genauen Einblick in die Veränderungen des Blutbildes die bloße Feststellung des prozentualen Verhältnisses der einzelnen Leukozytenarten nicht genügt, sondern daß man außerdem aus der bei der DitferentialräUiing gefundenen Leukozytenformel mit Hilfe der Gesamtleukozyten-zahl die absolute Zahl der verschiedenen Zellarten auf den Kubikmillimeter berechnen soll. Erst dann läßt sich ersehen, ob z. B. die gefundene Verminderung der Lymphozyten einer absoluten Lymphopenia und nicht etwa einer relativen Neutrophilie entspricht.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • A. v. Domarus
    • 1
  1. 1.Inneren AbteilungAuguste Victoria-KrankenhausesBerlin-WeissenseeDeutschland

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