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Der Effekt von Medazepam (Nobrium®) auf die Schlaf-Wachregulation und den Blutdruck von wachen, unnarkotisierten Katzen / The Effect of Medazepam (Nobrium®) on the Sleep-Wake Regulation and on the Blood Pressure of Alert, Non-Anesthetized Cats

  • H. Heinemann
  • U. Stosiek
  • A. Hartmann
Chapter

Zusammenfassung

Das Benzodiazepinderivat Medazepam (7-chlor-2,3-dihydro-l-methyl-5-phenyl-1 H-1,4-benzodiazepin) wurde untersucht um festzustellen, inwieweit diese Substanz einen schlafinduzierenden Effekt besitzt und ob die Schlafcyclen beeinflußt werden. Ferner wurde der Einfluß von Nobrium auf den Blutdruck wacher Tiere untersucht. Die Katzen befanden sich während des Versuches in einem geräumigen, schalldichten Käfig (40 db-Dämpfung). Um die einzelnen Schlaf- und Wachsphasen genau diagnostizieren zu können, wurde kontinuierlich das EEG (Elektroencephalogramm), das EMG (Elektromyogramm) und das EOG (Elektrooculogramm) registriert. Das Verhalten der Tiere wurde in folgende vier Phasen unterteilt: Wach-, Halbschlaf-, synchronisierter Schlaf und Tiefschlaf. Während der lostündigen Registrierzeit wurde der Nobriumblutspiegel durch eine langsame Dauerinfusion hinreichend konstant gehalten; die Gesamtdosis betrug 15 mg Nobrium. Eine 10 stündige Registrierzeit wurde deshalb für ausreichend erachtet, da die Katze ein polyphasisch schlafendes Tier ist und keinen ausgeprägten 24 Std-Rhythmus besitzt. Alle Katzen schliefen bei einer Nobriumapplikation von 15 mg pro Katze im Durchschnitt 1,6 Std länger als ohne Nobrium. Anzahl und Dauer der einzelnen Schlafphasen waren ebenfalls erhöht. Die Blutdruckwirkung von Nobrium ist sehr gering, nur bei hohen, unphysiologischen Dosen kommt es zu einem initialen bradykarden Blutdruckabfall.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • H. Heinemann
    • 1
  • U. Stosiek
  • A. Hartmann
  1. 1.I. Physiologisches Institut der UniversitätHeidelbergDeutschland

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