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Aggressogene Kombinationen von Psychopharmaka / Aggressogenic Combinations of Psychomimetic Drugs

  • G. Zetler
  • U. Otten
Chapter

Zusammenfassung

Männliche Wistar-Ratten wurden mit Monoaminoxydase-Inhibitoren (MAOI) behandelt und erhielten zum Zeitpunkt maximaler MAO-Hemmung eine intraperitoneale Injektion eines Psychopharmakons. Verhalten und Körpertemperatur der Tiere wurden nach der zweiten Injektion 2 Std lang beobachtet. Nach den meisten Kombinationen kam es zu einer zentralen Erregung, viel seltener auch zu Aggressivität. Von sieben Thymoleptica (Imipramin, Desipramin, Amitriptylin, Nortriptylin, Dibenzepin, Melitrazen, Opipramol) führten nur Imipramin und Amitriptylin bei mit Isocarboxazid behandelten Ratten zu Aggressivität. Die MAOI waren nicht austauschbar: In Kombination mit Imipramin erzeugten nur die langsam wirkenden MAOI Phenelzin, Iproniazid und Isocarboxazid Aggressivität; die schnell wirkenden MAOI Pheniprazin, Harmalin, Pargylin und Tranylcypromin waren wirkungslos. Amphetamin und Cocain allein führten zu Erregung und Hyper-thermie; bei Vorbehandlung mit Isocarboxazid erschien Aggressivität nach Amphetamin, aber nicht nach Cocain. Aggressivität entstand nach DL-Dopa auch ohne MAOI-Behandlung, nicht jedoch nach 5-Hydroxy-tryptophan bei MAO-Hemmung (trotz starker zentraler Erregung). Die Aggressivität nach Isocarboxazid + Imipramin wurde durch α-Methylm-Thyrosin, α-Methyl-p-Tyrosin und Disulfiram verhindert. Katechol-amine, und nicht 5-Hydroxytryptamin, dürften für die Entstehung der Aggressivität in unseren Versuchen von Bedeutung sein.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • G. Zetler
    • 1
  • U. Otten
  1. 1.Institut für PharmakologieMedizinischen AkademieLübeckDeutschland

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