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Der parasympathische und sympathische Reflexanteil bei statischer Carotis-Sinus-Belastung / The Parasympathetic and Sympathetic Part of Carotid Sinus Baroreceptor Reflex

  • J. Grützmacher
  • C. Credner
  • G. Schmidt
Chapter

Zusammenfassung

Der Depressor-Reflex, der bei Chloralose-Urethan-betäubten Katzen durch eine Erhöhung des Druckes in der isoliert perfundierten Carotis-gabel ausgelöst werden kann, zeigt zwei Komponenten (Wang u. Bori-son[2]): Die (1.) initiale Bradykardie wird efferent über den Vagus vermittelt und klingt trotz bestehender Sinusdruckerhöhung in wenigen Sekunden ab. Im Gegensatz dazu ist die (2.) langsam einsetzende Bradykardie und Blutdrucksenkung durch eine Hemmung der kardialen und vasculären sympathischen Innervation bedingt. Das Herzzeitvolumen ist in der ersten Reflexphase erhöht, sofern nicht die Bradykardie so stark wird, daß das HZV absinkt. Durch Atropin (100, 0 μg/kg) läßt sich die initiale Bradykardie ebenso wie durch Vagotomie aufheben. Die HZV-Zunahme in der ersten Reflexphase ist dagegen atropinresistent und basiert offenbar auf der Abnahme des peripheren Gefäßwiderstandes. Die HZV-Abnahme in der zweiten Reflexphase ist durch den Ausfall der sympathischen Innervation zum Herzen bedingt, sie ist ebenso wie die Bradykardie in der zweiten Reflexphase aufgehoben, wenn die Tiere mit dem kardioselektiven β-Adrenolyticum 4-(2-Hydroxy-3-isopropylamino-propoxy)-acetanilid = ICI 50172 [1] in einer Dosis von > 1, 0 mg/kg vorbehandelt werden. Die efferent vagal geleitete, schnell auftretende und rasch adaptierende Reflexkomponente zeigt ein vornehmlich differentiales Verhalten, während die langsam einsetzende und wenig adaptierende Sympathicus-Hemmung mehr dem Verhalten eines Proportional-Reglers entspricht.

Literatur

  1. 1.
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  2. 2.
    Wang, S. C, and H.L. Borison: Amer. J. Physiol. 150, 712 (1947).PubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • J. Grützmacher
  • C. Credner
  • G. Schmidt
    • 1
  1. 1.Abteilung für Toxikologie und NeuropharmakologieInstitut für Pharmakologie und Toxikologie der UniversitätGöttingenDeutschland

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