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Anwendungen aus der Lehre von den Dämpfen und der Strömungslehre

  • W. Schüle
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Zusammenfassung

Der vom Dampfkessel kommende Frischdampf strömt durch den Einlaßkanal (Fig. 173) während eines größeren oder kleineren Kolbenweges s 1 in den Zylinderraum hinter dem Kolben (Füllungsperiode). Linie ab im Druckdiagramm. In b wird der Frischdampf durch die Einlaßsteuerung (Schieber, Doppelsitzventil, Hahnschieber) abgesperrt. Hinter dem vorwärts laufenden Kolben dehnt sich weiterhin der im Zylinder abgesperrte Dampf aus, wobei seine Spannung stetig abnimmt, Linie bc. Im inneren Totpunkt c (oder etwas früher) wird der Auslaßkanal von der Steuerung geöffnet und der Dampf ins Freie oder in einen luftverdünnten und kalten Raum entlassen, in dem er sich niederschlägt (Kondensator). Der Druck im Zylinder sinkt hierbei rasch bis zum Außendruck, Linie cd. Während des Kolbenrückweges bleibt das Auslaßorgan zunächst geöffnet und der Kolben schiebt den Dampfrest aus dem Zylinder, Linie de. In dem Punkte e, der in verschiedener Entfernung von der hinteren Totlage liegen kann, wird der Auslaß geschlossen, so daß der noch übrige Dampfrest von dem rückwärts laufenden Kolben verdichtet wird. Dabei steigt die Spannung im Zylinder, bis der Totpunkt wieder erreicht ist, Linie ef. Nun beginnt das Spiel von neuem. — Genau der gleiche Vorgang spielt sich auf der anderen Kolbenseite ab, nur herrscht dort Ausströmung, während hinten Einströmung stattfindet, und umgekehrt.

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Referenzen

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1917

Authors and Affiliations

  • W. Schüle

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