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Mutter-Kind-Übertragung von Infektionserregern

Die Möglichkeiten zur Verhütung sind noch längst nicht ausgeschöpft
  • H. W. Kreth
Chapter

Zusammenfassung

vertikale Übertragungen von Infektionserregern von der Mutter auf das Kind machen in der Regel keine großen Schlagzeilen. Es handelt sich aber keineswegs um seltene Ereignisse. Schätzungsweise werden 4–5% aller Kinder bereits intrauterin (pränatal) oder während der Geburt (perinatal) infiziert. Konnatale Infektionen führen zu Abort, Totgeburt, teratogenen Fehlbildungen, Wachstumsstörungen, schweren entzündlichen Erkrankungen, Blindheit, Taubheit sowie zu geistiger und körperlicher Behinderung. Wie bei allen anderen Infektionen zeigt sich auch auf dem Gebiet der pränatalen Infektiologie ein Erregerwandel mit einer deutlichen Zunahme des Erregerspektrums. Lange Zeit galt die Syphilis als Prototyp einer konnatalen Infektion. Dank konsequenter Schwangerenfürsorge tritt die konnatale Syphilis in Mitteleuropa heutzutage nur noch selten auf. Mitte unseres Jahrhunderts wurden dann neue Krankheitserreger identifiziert, wie z. B. Toxoplasma gondii (1939), Rötelnvirus (1941) und Zytomegalievirus (1957). In den letzten zwei Jahrzehnten kamen neue Erreger hinzu (HBV, HCV, Parvovirus B19, HIV u.a.).

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999

Authors and Affiliations

  • H. W. Kreth
    • 1
  1. 1.Universitäts-KinderklinikWürzburgDeutschland

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