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Vollbäder unter der Geburt

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Part of the Archiv für Gynäkologie book series (AGYO)

Zusammenfassung

Vollbäder unter der Geburt werden seit Jahrzehnten abgelehnt mit der Begründung, es könnte dadurch zur Keimaszension und damit zum Puerperalfieber kommen 1901 nahm Stroganoff gegen das Baden von Kreißenden Stellung mit der Begründung, die Patientinnen würden nicht nur in ihrem eigenen Schmutz, sondern auch in ihren eigenen Exkrementen baden. Die Literatur der Autoren, welche das Baden ablehnen, ist groß. Besonders war es Bumm, welcher für die späteren Jahrzehnte richtunggebend war, als er auf dem Deutschen Gynäkologenkongreß in Straßburg 2 Fälle von tragischem Puerperalfieber bekanntgab, welche eindeutig durch das Baden entstanden waren. Obgleich Bumm betonte, daß die Kreißenden in einer Badewanne gebadet hatten, in welcher zu anderen Tageszeiten sämtliche Laboratoriumsgefäße, einschließlich Streptokokken- und Staphylokokkenkulturen gesäubert wurden, war damit die Stellungnahme gegen das Baden bis auf den heutigen Tag entschieden. Führende Gynäkologen wie Krönig, Zweifel, Zangenmeister usw. lehnten das Baden ab aus den oben angeführten Gründen. Man vermißt jedoch bei Durchsicht der großen Literatur größere Reihenuntersuchungen aus der Praxis. Immer nur sind es „theoretische Erwägungen“, was die Stellungnahme gegen das Baden unter der Geburt veranlaßte. Schon Winternitz und Hörmann zweifelten an der Richtigkeit der Beweisführung. Obgleich man heute weiß, daß ein Vollbad wehenanregend wirkt und ein gutes Mittel gegen Krampfwehen und Muttermundskrampf darstellt, so wird in den führenden Lehrbüchern doch vom Vollbad abgeraten nicht nur unter der Geburt, sondern schon von der zweiten Schwangerschaftshälfte ab wird an Stelle des Vollbades ein Brausebad empfohlen. Moderne Klinikneubauten haben infolgedessen in den Vorbereitungszimmern nur Anlagen für Brause- und nicht für Wannenbäder.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1942

Authors and Affiliations

  • Lüttge
    • 1
  1. 1.BambergDeutschland

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