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Wissenschaftliche Verhandlungen

Die Kulturgeschichte der Frau und die Frauenheilkunde
  • Paul Diepgen
Chapter
Part of the Archiv für Gynäkologie book series (AGYO)

Zusammenfassung

Es klingt heute fast banal, wenn man daran erinnert, daß die Gynäkologie, die vor 100 Jahren in ihrer modernen Form als Organspezialismus entstand, sich zur Frauenkunde gewandelt hat. Die Patientin begegnet uns im Sprechzimmer nicht als ein erkrankter Organismus, den wir mit naturwissenschaftlich erprobten Methoden behandeln, sondern als ein Gebilde aus Leib und Seele, ein von der Kultur geformtes und die Kultur mit dem Manne gemeinsam tragendes Wesen. Der Körper der Frau mag sich in den Jahrtausenden, die es eine Geschichte gibt, nicht geändert haben. Als Kulturerscheinung und Kulturträgerin hat sie sich stetig gewandelt. Daraus ergibt sich, wie wertvoll es für uns sein kann, den Zusammenhängen zwischen der Kulturgeschichte der Frau und der Frauenheilkunde nachzugehen. Dem Historiker erwächst die Aufgabe, die Frage zu beantworten: In welchem Umfang hat die Stellung der Frau in der Kultur die Entwicklung der Gynäkologie beeinflußt, und wie weit hat der Frauenarzt sich an der Lösung der Probleme beteiligt, die dabei aufgeworfen wurden?

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. hierzu Fourier, François-Marie-Charles: Théorie des quatre mouvements et des déstinées générales, p. 180. Lyon 1808. — Charrier, E.: L’évolution intellectuelle féminine. Thèse pour le Doctorat en Droit, p. 11. Paris 1931.Google Scholar
  2. 2.
    Mill, John Stuart: The Subjection of Women. London 1869. Wir benutzten: Die Hörigkeit der Frau. Aus dem Englischen übersetzt von Jenny Hirsch 2. Aufl. Nebst einem Vorbericht, enthaltend eine kurze Übersicht über den gegenwärtigen Stand der Frauenfrage von der Übersetzerin. Berlin 1872. Vgl. dort S. 1.Google Scholar
  3. 3.
    Wieth-Knudsen, K. A.: Frauenfrage und Feminismus vom Altertum bis zur Gegenwart. Eine soziologische Studie. Stuttgart 1926. Der Verfasser spricht einmal vom Corpus „luteus“ (!).Google Scholar
  4. 1.
    Vgl. hierzu Paul Diepgen: Die Frauenheilkunde der alten Welt. Handbuch der Gynäkologie, herausgeg. von W. Stoeckel 12. Bd., 1. Teil: Geschichte der Frauenheilkunde I, S. 312 und an anderen Stellen. München 1937.Google Scholar
  5. 2.
    Vgl. Diepgen a. a. O., S. 33–35.Google Scholar
  6. 1.
    Vgl. Diepgen a. a. O., S. 172.Google Scholar
  7. 2.
    Pockels, C. F.: Versuch einer Charakteristik des weiblichen Geschlechts, 2 Bde. Hannover 1797, 1798; s. dort Bd. I, S. 202. Vgl. auch Mary Wollstonecraft: A Vindication of the Rights of Woman. London 1792. Von uns benutzt: Wollstonecraft, Mary. Eine Verteidigung der Rechte der Frau mit kritischen Bemerkungen über politische und moralische Gegenstände. London 1792. Aus dem Englischen übersetzt von P. Berthold. Dresden und Leipzig 1899. Siehe dort S. 146f.Google Scholar
  8. 3.
    Vgl. P. Diepgen: Studien zur Geschichte der Beziehungen zwischen Theologie und Medizin im Mittelalter, I. Die Theologie und der ärztliche Stand, S. 14. Berlin-Grunewald 1922.Google Scholar
  9. 4.
    Rasslan, Wassel: Mohammed und die Medizin nach den Überlieferungen. Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, H. 1, S. 42, Berlin 1934.Google Scholar
  10. 5.
    Vgl. Heinrich Finke: Die Frau im Mittelalter, S. 67. Kempten und München 1913.Google Scholar
  11. 6.
    Vgl. Carl Oskar Rosenthal. Zur geburtshilflich-gynäkologischen Betätigung des Mannes bis zum Ausgang des 16. Jahrhunderts. Janus 27, 117–212 (1923); siehe dort S. 145f.Google Scholar
  12. 1.
    Vgl. Erich Pickt: Christoph Wilhelm Hufeland und die Frauenheilkunde, S. 35. Med. Inaug.-Diss. Berlin 1940.Google Scholar
  13. 2.
    Vgl. Dor. Christ. Leporin: Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten, darin deren Unerheblichkeit gezeiget, und wie möglich, nöthig und nützlich es sey, dass dieses Geschlecht der Gelehrtheit sich befleisse, umständlich dargelegt wird. Berlin 1742 und Wollstonecraft (zit. Anm. 2, S. 3), S. 135.Google Scholar
  14. 3.
    Man vgl. hierzu die Studien Sudhoffs zur handschriftlich-illustrativen Tradition des Mittealters, welche in seiner Bibliographie (Sudhoffs Arch. 27, 131–186; 31, 343–344) aufgezählt sind.Google Scholar
  15. 4.
    Vgl. Heinrich Fasbender: Geschichte der Geburtshilfe, S. 95. Jena 1906.Google Scholar
  16. 5.
    Vgl. P. Diepgen: Reste antiker Gynäkologie im frühen Mittelalter. Quellen und Studien zur Geschichte der Naturwissenschaft und der Medizin, Bd. III, S. 226 bis 242. Berlin 1933, und Paul Ferdinand Egert: Gynäkologische Fragmente aus dem frühen Mittelalter. Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, H. 11. 1936.Google Scholar
  17. 6.
    Andererseits bringen auch spätere mittelalterliche Lehrbücher der Medizin aus einer Zeit, in der die Theologie ihren unmittelbaren Einfluß auf die Heilkunde schon verloren hatte, auffallend wenig über die Gynäkologie, z. B. die berühmte Sammlung Articella, die im Universitätsunterricht eine große Rolle spielte.Google Scholar
  18. 1.
    Vgl. Gerda Ho f f mann: Beiträge zur Lehre von der durch Zauber verursachten Krankheit und ihrer Behandlung in der Medizin des Mittelalters. Janus 37, 129–144, 179–192, 211–217 (1933).Google Scholar
  19. 1.
    Zu Aristoteles vgl. Diepgen (zit. Anm. 2, S. 2). S. 125: Bei dem Rieseneinfluß des Aristoteles auf das mittelalterliche Geistesleben, wie ihn neuerdings Martin Grabmann: Erforschung des mittelalterlichen Aristotelismus [Geistige Arbeit 6, Nr 13, S. 1f. (1939)] geschildert hat, ist es nicht verwunderlich, daß man sich auf ihn auch bei der Beurteilung der Frau immer wieder beruft. Im übrigen kann man sowohl aus der theologischen wie aus der Laienliteratur des Mittelalters massenhaft Stellen zusammentragen, an denen das Weib zu einem minderwertigen, verächtlichen, tief unter dem Mann stehenden Geschöpf gemacht wird, wie es Bernhard Kummer in den Nationalsozial. Mh. 6, 506ff. (1935) tut. Man vgl. auch den Aufsatz von Wilhelm Spengler: Die Frau im christlichen und germanischen Weltbild [Volk im Werden 5, 232–265 (1937)], wo der Verfasser zu dem Ergebnis kommt, daß das Christentum ein tiefes Sinken der Hochschätzung der Frau, die sie im Germanen-turn genoß, verschuldet hat. Aber damit ist das Bild verzeichnet. Man muß auch all das Gute nennen, was man im Mittelalter für die Frau getan und von ihr gesagt hat. Hierzu empfiehlt sich unter anderem die Lektüre des in Anm. 5, S. 3 zit. Buches von Finke und seines Aufsatzes: Die Stellung der Frau im Mittelalter. Internat. Wschr. f. Wissenschaft, Kultur u. Technik vom 1. Okt. 1910, 1–32 Eine Musterkollektion von Schmähungen der Frau kann man auch aus der Antike mühelos zusammentragen; vgl. Theodor Hopfner: Das Sexualleben der Griechen und Römer von den Anfängen bis ins 6. Jahrhundert nach Christus, Bd. I, 1. Hälfte, S. 367–382. Prag 1938.Google Scholar
  20. 1.
    Man kennt den Segen der Arbeit für die schwangere Frau, die Notwendigkeit der Übung und Schonung, die Schäden der Überanstrengung mit der Gefahr des Abortes, des Prolapses und anderer Lageveränderungen des Uterus. Aber alles nur für die „Dame“. Vgl. Diepgen (zit. Anm. 2, S. 2), S. 159, 230, 294, 315.Google Scholar
  21. 3.
    Vgl. Diepgen ebenda, S. 192.Google Scholar
  22. 4.
    Rodocanachi, E.: La Femme italienne à l’Époche de la Renaissance. Sa Vie privée et mondaine, son Influence sociale, p. 220. Paris 1907.Google Scholar
  23. 1.
    Vgl. hierzu Karl Bücher: Die Frauenfrage im Mittelalter, 2. verb. Aufl. Tübingen 1910.Google Scholar
  24. 2.
    Vgl. Hans Fehr: Die Rechtsstellung der Frau und der Kinder in den Weistümern, S. 4–7, 49ff. Jena 1912.Google Scholar
  25. 3.
    Vgl. Alfons Fischer: Geschichte des deutschen Gesundheitswesens, Bd. I. S. 214f. Berlin 1933.Google Scholar
  26. 4.
    Man vgl. als Beispiel das Gesundheitsregiment des Mailänder Arztes Magnino aus dem 14. Jahrhundert, abgedruckt in Arnaldi Villanovani Opera omnia. Basel 1585; s. dort S. 663.Google Scholar
  27. 5.
    Vgl. hierzu Elseluise Haberling: Beiträge zur Geschichte des Hebammenstandes, I. Berlin 1940.Google Scholar
  28. 1.
    Siehe Diepgen (zit. Anm. 2, S. 2), S. 7.Google Scholar
  29. 2.
    Zu der Erscheinungszeit vgl. Karl Sudhoff: Deutsche medizinische Inkunabeln. Studien zur Geschichte, der Medizin, herausgeg. von der Puschmann-Stiftung an der Universität Leipzig, Heft 2/3, S. 27, 38, 43–48. Leipzig 1908.Google Scholar
  30. 3.
    Vgl. Giovanni Marinello: Le Medicine partenente alle Infirmità delle Donne. Venet. 1574. — Ludovici Bonacioli: Enneas muliebris ad Lucretiam ducissam. Abgedruckt bei Kaspar Wolph: Gynaeciorum hoc est de Mulierum tun’ aliis turn Gravidarum, Parientium et Puerperarum affectibus et morbis Libri etc., S. 5M 770. Basel 1566. — Liébault, Jean: Trois Livres de la Santé, Foecundité et Maladies des Femmes. — Pris du Latin de M. Jean Liébault: Docteur Médecin à Paris et faicts Francois. Paris 1582. — Der von Robert Kosmann: Allgemeine Gynäkologie, S. 129.Google Scholar
  31. 4.
    Berlin 1903, erhobene Vorwurf der literarischen Ausplünderung von Marinello durch Liébault ist nach unserer Textvergleichung nicht gerechtfertigt. Ein besonders viel gelesenes populäres Buch dieser Art ist das des Lyoner Arztes Symphorien Champier (gest. zwischen 1535 und 1540). La nef des dames vertueuses composee par maistre Simphorien Champier docteur en medicine contenant quatre liures. Le premier est intitule la fleur des dames. Le second est du regime de mariage. Le tiers est des propheties des sibilles. Et le quart est le liure de vray amour. Lyon 1503.Google Scholar
  32. 1.
    Vgl. Agnolo Firenzuola (gest. um 1545 in Prado): Delle Bellezza delle Donne (1541). Gedruckt in desselben „Prose`. Florenz 1548. Deutsche Übersetzung von Paul Seliger: Gespräche über die Schönheit der Frau. Leipzig-Rudnitz o. J. (1903).Google Scholar
  33. 2.
    Vgl. Joannis Lodovici Vivis Valentini: De officio mariti liber doctissimus etc. Basel 1531. Das Buch wurde 1528 geschrieben als Ergänzung zu de institutione feminae christianae, das 1523 erschien. Siehe auch Jacob W ychgram: Johann Ludwig Vives’ Ausgewählte Schriften. Aus dem Lateinischen übersetzt und mit einer einleitenden Abhandlung über Vives’ Leben und Werke. Wien und Leipzig 1883. — Zu Erasmus von Rotterdam siehe Ed. Jenny: Hygiene und Kinderpflege bei Erasmus von Rotterdam. Schweiz. med. Wschr.1937 I, 979–981; ferner Thomas More: De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia. Löwen 1516. Deutsch von Gerhard Ritter. Mit einer Einleitung von Hermann Oncken als Thomas Morus: Utopia. Klassiker der Politik, Bd. I. Berlin 1922.Google Scholar
  34. 3.
    Vgl. W. Bömer: Die deutschen Humanisten und das weibliche Geschlecht. Z. Kulturgeschichte4, 94–112, 177–197 (1938).Google Scholar
  35. 1.
    Wir benutzten die deutsche Übersetzung: Agrippa, Heinrich Kornelius (von, Nettesheim): Der Vorzug des weiblichen Geschlechts vor dem männlichen zur Ehre des ersteren. Aus dem Lateinischen übersetzt. Leipzig 1780. Das lateinische Original erschien zuerst 1529.Google Scholar
  36. 2.
    Vgl. hierzu P. Diepgen (zit. Anm. 2, S. 2), S. 188f.Google Scholar
  37. 3.
    Vgl. Paul Diepgen: Die Frauenheilkunde des Paracelsus. Hippokrates 11, 108–113, 130–137 (1940).Google Scholar
  38. 4.
    Sie wurden von Konrad Gesner (gest. 1565) gesammelt und zuerst nach seinem Tode in Basel von Kaspar Wolph {vgl. Anm 1, S. 9) herausgegeben. Siehe auch Ludwig Choulant: Handbuch der Bücherkunde für die ältere Medizin, S. 419. Leipzig 1841.Google Scholar
  39. 5.
    Weier, Johannes: Medicarum observationum rararum Liber I. Basel 1567. —Schenck von Grafenberg: Observationum medicarum rararum, admirabilium et monstrosarum liber quartus de partibus genitalibus utriusque Sexus. Freiburg i. Brsg. 1596.Google Scholar
  40. 1.
    Scherr, Johannes: Geschichte der deutschen Frauenwelt. In drei Büchern nach den Quellen. 4. neu durchgesehene und vermehrte Aufl., Bd. II, S. 95. Leipzig 1879.Google Scholar
  41. 2.
    Wright, L. B.: Middle-Class Culture in Elizabethan England Chapel-Hill. University of North Carolina Press 1935, 465.Google Scholar
  42. 3.
    Vgl. Wright a. a. O., S. 108 und Joachim Heinrich: Die Frauenfrage bei Steele und Addison. Palaestra 168. S. 29. Leipzig 1930.Google Scholar
  43. 1.
    Vgl. Wright a. a. O., S. 108f. und Thomas Sydenham: Observationes medicae circa morborum acutorum historiam et curationem sect. VI, c. 3. Opera universa medica. S. 230. Leipzig 1827.Google Scholar
  44. 2.
    Vgl. Thomas Browne: Religio medici cum Annotationibus, S. 371. Argentorati 1652. — Mercuriale, Girolamo: De morbis muliebribus in: Gynaeciorum seu de mulierum affectibus commentarii Graecorum, Latinorum etc. in tres partes digesti. Ed. Gasp. Bauhinus, Bd. II. Basel 1586. — de Castro, Rodrigo: De universa muliebriorum morborum medicina, 5. verm. u. verb. Aufl. Köln 1689. — Bewerwijck, Jan van: De exeellentia foeminei sexus. Dortrecht 1636.Google Scholar
  45. 3.
    Mercuriale a. a. O., lib. I, c. 1; bei Bauhin Bd. II, S. 1.Google Scholar
  46. 1.
    Vgl. Franz de le Boe: Praxeos medicae Appendix. Trâctatus VII. De Affectione Hypochondriacs § 135 in Opera medics, S. 767. Utrecht und Amsterdam 1695.Google Scholar
  47. 2.
    Der erste, der sich damals gegen die Uterustheorie der Alten [vgl. hierzu Diepgen (zit. Anm. 2, S. 2), S. 232] wendete, war der Franzose Charles Lepois (gest. 1633); vgl. Piso Carolus: Selectiorum observationum et consiliorum de praeteritis hactenus morbis, affectibusque praeter naturam ab aqua seu serosa colluvie et diluvie, ortis liber singularis etc.. S. 101–161, vor allem S. 142. Montpellier 1618. Er führte die Anfälle auf eine Überfüllung der Nervenwurzeln mit Serum zurück. Dann kam Nathanael Highmore (gest. 1685) und sah die Ursache in einer Hyperämie der Lungen und des Herzens, die aus den verschiedensten primären Ursachen entstehen sollte. Vgl. Nathanael Highmore: Exercitationes duae, quarum prior de Passione hysterics: Altera de Affectione hypochondriacs Amsterdam 1660. Wir benutzten die 3. Aufl., siehe dort vor allem S. 28ff. Jena 1677. — Thomas Willis (gest. 1675) begründete das Leiden richtiger aus der geringen Widerstandsfähigkeit des Zentralnervensystems, dessen „Lebensgeister“ durch die verschiedensten psychischen Traumen und körperlichen Defekte geschädigt werden. Vom Zentralnervensystem aus ziehen sie durch Vermittlung der Nerven (und Gefäße) den ganzen. Körper oder einzelne Teile in Mitleidenschaft. Die Krankheit kommt auch bei Männern vor, nur seltener als bei den labilen Frauen. Vgl. Pathologia cerebri et nervosi generis, in qua agitur de morbis convulsivis et de scorbuto, die in Oxford 1667 erschien. In Thomas Willis: Opera omnia. Genf 1676, de morbis convulsivis c. 10, p. 103. Vor allem hat sich dann der Kliniker Sydenham für die neue Theorie ausgesprochen. Vgl. Dissertatio epistolaris ad Guilelmum Cole M. D. in den Opera universa medics, S. 341. Leipzig: Ed. C. G. Kühn 1827.Google Scholar
  48. 3.
    Zur Geschichte der Chlorose vgl. Axel Hansen: Om Chlorosens den aegte Blegsots Optraeden i Europa gennem Tiderne. Kolding 1928.Google Scholar
  49. 1.
    Wir benutzten die Ausgabe Paolo Zacchias: Quaestionum medico-legalium tomi tres. Mit Zusätzen bearbeitet von Joh. Dan. Horst. Venedig 1737. Siehe dort liber VI, tit. II, quaest II, 8–10 und IV, 19–22, tom. II, S. 482 bzw. 490.Google Scholar
  50. 2.
    Vgl. Scherr (zit. Anm. 2, S. 11), Bd. II, S. 95.Google Scholar
  51. 3.
    Vgl. Axel Hansen: Die Menstruation in der Poesie. Ein Beitrag zur Geschichte des Schamgefühls. Janus 30, 195–200; dort S. 196f. (1926).Google Scholar
  52. 4.
    Scherr (zit. Anm. 2, S. 11), Bd. II, S. 87f.Google Scholar
  53. 1.
    Vgl. Heinrich (zit. Anm. 4, S. 11), S. 56 und 71.Google Scholar
  54. 2.
    Vgl. als Beispiel Georg Steinhausen: Geschichte der deutschen Kultur, 3. Aufl., S. 410. Leipzig 1929.Google Scholar
  55. 3.
    Vgl. Heinrich (zit. Anm. 4, S. 11), S. 85 und oben S. 12.Google Scholar
  56. 4.
    Vgl. Heinrich a. a. O., S. 104.Google Scholar
  57. 1.
    Vgl. Heinrich a. a. O., S. 86–88, 91, 93, 97f., 110f.Google Scholar
  58. 1.
    Leporin (zit. Anm. 3, S. 4), 5.107.Google Scholar
  59. 2.
    Brandes, E.: Über die Weiber, S. 40. Leipzig 1787.Google Scholar
  60. 3.
    Hippel, Th. G. v.: Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber, S. 355–366. Frankfurt a. M. und Leipzig 1794. Vieles an diesem zuerst 1792 anonym erschienenen Werk wird als ironisch gemeint interpretiert, auch wo es von den Zeitgenossen ernst genommen wurde.Google Scholar
  61. 4.
    Leporin (zit. Anm. 3, S. 4): S. 121 und 206.Google Scholar
  62. 5.
    Vgl. Brandes a. a. O., S. 79 und n. Hippel a. a. O., S. 47f.Google Scholar
  63. 6.
    Vgl. Hans-Georg Müller-Heß: Die Lehre von der Menstruation vom Beginn der Neuzeit bis zur Begründung der Zellenlehre. Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, H. 27, S. 58. Berlin 1938.Google Scholar
  64. 1.
    Vgl. v. Hippel (zit. Anm. 3, S. 16): S. 48f. Die berechtigte Verstärkung des Gebärwillens der Frau, die in dieser.Äußerung liegt, gehört auch zu den Forderungen der um das Wohl der Allgemeinheit und des Einzelnen besorgten Ärzte und verdichtet sich bei Joh. Peter Frank (s. weiter unten) u. a. zu konkreten Vorschlägen an die Regierung. Sie steht im Gegensatz zu den abratenden Stimmen, die sich im 18. Jahrhundert schon vor Malthus erheben.Google Scholar
  65. 2.
    Vgl. Anna Pappritz: Die Geschichte der Frauenbewegung in Frankreich. Im Handbuch der Frauenbewegung, herausgeg. von Helene Lange und Gertrud Bäumer 1. Teil: Die Geschichte der Frauenbewegung in den Kulturländern, S. 363ff. Berlin 1901.Google Scholar
  66. 3.
    Zit. Anm. 2, S. 3.Google Scholar
  67. 4.
    Wir benutzten Bernardino Ramazzini: De Morbis Artificum Diatriba Mutinae olim edita. Nunc accedit Supplementum eiusdem Argumenti ac Dissertatio de Sacrarum Virginum Valetudine tuenda. Opera omnia medics et physica. Genf 1716. Die erste Ausgabe dieser Gewerbehygiene erschien 1700.Google Scholar
  68. 1.
    Vgl. in dem soeben angeführten Werk: Diatribae Supplementum c. 4, S. 666. Diatriba c. 25, S. 578f. und c. 15, S. 533f.; ferner S. 544–548. Die verschiedenen Sekrete bringen den Hebammen Hautausschläge und Geschwüre. Die Prophylaxe besteht bei der Arbeit neben den Leinwandumwicklungen in häufigen Waschungen der Hände mit Essig und Wasser, nach der Arbeit in Waschungen mit Wasser und Wein, speziell des Gesichts, in Gurgeln, Anlegen von reinen Kleidern und überhaupt größter Reinlichkeit.Google Scholar
  69. 2.
    Zuerst erschienen in Lausanne 1761. Wir benutzten: Tissot, S. A. T.: Anleitung für das Landvolk in Absicht auf seine Gesundheit, 2. Aufl. Aus dem Französischen übersetzt durch H. E. Hirsel. Zürich 1763. Vgl. vor allem § 350–376, S. 373–397.Google Scholar
  70. 3.
    Stellenweise werden diese Schriften aber auch zu Handbüchern der Schönheits, pflege und Kosmetik, die manchmal groteske Formen annehmen.Google Scholar
  71. 1.
    Wir benutzten: Venette, Nicolas: Tableau de l’Amour conjugal ou de la Génération de l’Homme, 2 Bde. Amsterdam 1745; s. dort Bd. 1, S. 48.Google Scholar
  72. 2.
    Tissot, S. A. T.: Essai sur les maladies des gens du monde. Lausanne 1770. Wir benutzten: Von den Krankheiten vornehmer und reicher Personen an Höfen und in großen Städten. Aus dem Französischen übersetzt. Neue, verb. Aufl. Frankfurt und Leipzig 1770.Google Scholar
  73. 3.
    Tissot (zit. Anm. 3, S. 18): S.22 (Einleitung).Google Scholar
  74. 4.
    Vgl. Georg Schreiber: Deutschland und Spanien, S. 146f. Düsseldorf 1936.Google Scholar
  75. 5.
    Vgl. Benjamin Friedrich Osiander: Lehrbuch der Entbindungskunst, 1. Teil: Literarische und pragmatische Geschichte dieser Kunst, S. 437. Göttingen 1799.Google Scholar
  76. 6.
    Wir benutzten folgende Bände, deren wichtigsten gynäkologischen Inhalt wir in Klammern beifügen: Joh. Peter Frank: System einer vollständigen medizinischen Polizey, 1. Bd., 2. Aufl., Frankenthal 1791, S.155–318 (Geschlechtstrieb, Zölibat), 2. Bd. Frankenthal 1791 (Ehe, Eugenik). 3. Bd., ebenda 1791 (Schwangerschaft). 4. Bd., ebenda 1791 (Außereheliche Mutterschaft). 5. Bd., ebenda 1791, S. 149 bis 347 (Selbststillen, Ammenwesen). 9. Bd., ebenda 1793, S. 28–141 (Hygiene der Frauenkleidung).Google Scholar
  77. 7.
    Vgl. Frank (zit. Anm. 7, S. 19): Bd. 2, S.1.39ff.Google Scholar
  78. 8.
    Vgl. Frank ebenda, Bd. 2, S. 254.Google Scholar
  79. 1.
    Mai, Franz Anton: Medizinische Fastenpredigten oder Vorlesungen über Körper-und Seelendiätetik zur Verbesserung der abgearteten Ehestandssitten, der ehelichen Gesundheit und Kindererziehung des deutschen Vaterlandes, 2. Theil. Mannheim 1794.Google Scholar
  80. 2.
    Sie ist übersichtlich und nach dem damaligen Stand der Wissenschaft durchgeführt von dem Pariser Arzt Jean Astruc in seinem: Traité des Maladies des Femmes Où l’on a tâché de joindre à une Théorie solide la Pratique la plus sûre et la mieux éprouvée. Avec un Catalogue Chronologique de Médecins qui ont écrit sur ces maladies, 4 Bde. Paris 1761.Google Scholar
  81. 3.
    Wir benutzten: Ackermann, J. F.: Über die körperliche Verschiedenheit des Mannes vom Weibe außer den Geschlechtsteilen. Übersetzt nebst einer Vorrede und einigen Bemerkungen von Joseph Wenzel. Koblenz 1788. Hier werden die älteren Abhandlungen Ackermanns über den Gegenstand, die vorher in lateinischer Sprache erschienen waren, in deutscher Übersetzung zusammengefaßt.Google Scholar
  82. 4.
    Vgl. G. E. Stahl: Theoria medica vera. Physiologica sect. I, membr. VIII: de diversitate corporis et actionum secundum sexum, Bd. 1, S. 331f. Leipzig 1831.Google Scholar
  83. 1.
    Vigarous, Jos. Marie Joachim: Cours élémentaire des Maladies des Femmes. Essai sur une nouvelle Méthode pour étudier et pour classer les Maladies de ce sexe, 2 Bde. Paris 1801.Google Scholar
  84. 2.
    Vgl. Pappritz (zit. Anm 3, S. 17): S. 366 und 368.Google Scholar
  85. 3.
    Vgl. Gertrud Bäumer: Die Geschichte der englischen Frauenbewegung, in dem Anm 3, S. 17 zit. Handbuch, S. 236 und 250.Google Scholar
  86. 4.
    Man denke an Emilia Galotti, Die Räuber, Kabale und Liebe.Google Scholar
  87. 5.
    Man denke an die Frauengestalten aus der Iphigenie, Torquato Tasso, dem Faust.Google Scholar
  88. 1.
    Vgl. hierzu Gertrud Bdumer: Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland, in dem Anm. 3, S. 17 zit. Handbuch S. 16–22. Zum Ganzen auch Franz Koch: Deutsche Kultur des Idealismus, S. 206–235 ( Mann und Frau ). Potsdam 1935.Google Scholar
  89. 2.
    Sie sind in dem Anm. 3, S. 17 zit. Handbuch S. 19f. abgedruckt.Google Scholar
  90. 3.
    Die Aufsätze erschienen in den von Schiller herausgegebenen Horen. Sie wurden neu herausgegeben: Humboldt, Wilhelm: Über den Geschlechtsunterschied (und dessen Einfluß auf die organische Natur) [Horen 1795]. Über die männliche und weibliche Form [Horen 1795]. Mit einer Einführung nebst Beigaben und Anmerkungen bearbeitet von Fritz Giese. Langensalza 1917.Google Scholar
  91. 4.
    Vgl. Pierre Roussel: Système physique et morale de la Femme. Paris 1775. Als „Physiologie des weiblichen Geschlechts“. Aus dem Französischen übersetzt von Christ. Friedrich Michaelis. Berlin 1786. Roussel war ein Schüler von Barthez und Freund von Bordeu den beiden Begründern des französischen Vitalismus.Google Scholar
  92. 5.
    Auf die Anklänge an Weininger hat schon Spranger aufmerksam gemacht. Vgl. die oben Anm. 4, zit Einführung vonGiese, S. 12. Über ähnliche Anschauungen in der Antike s. Diepgen (zit. Anm 2, S. 2), S. 124.Google Scholar
  93. 6.
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1942

Authors and Affiliations

  • Paul Diepgen

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