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Zirkulärer Abriß der Portio vaginalis intra partum

Chapter
Part of the Archiv für Gynäkologie book series (AGYO)

Zusammenfassung

Die vorliegende Beobachtung, bisher sind 62 Fälle veröffentlicht, ist um so interessanter, als es sich um eine mehrgebärende junge Frau handelte, bei der weder eine Veränderung an der Portio noch trotz großen Kindes (4250 g) ein Mißverhältnis zwischen Kopf und Becken vorhanden war. Es bestand lediglich eine durch Wehenschwäche bedingte Verzögerung der Eröffnungsperiode. Bei Einlieferung mit zunächst kräftigen Wehen stand die Blase noch. Nach dem Abgang des Fruchtwassers, der bei etwa fünfmarkstückgroßem Muttermund erfolgte, waren die Wehen aber trotz Wehenmittel, Dolantin, Dilaudidgaben eingeschalteten Schlafpausen (Pantopon) kaum anzuregen. Jedenfalls war der Muttermund 48 Stunden nach dem Blasensprung erst kleinhandtellergroß. Dabei war er nicht besonders wulstig, wenn auch ziemlich scharfsaumig Als jetzt nach tiefen Cervixincisionen das Kind mit der Zange extrahiert wurde, fiel schon nach der ersten leichten Traktion erst ein größeres, dann ein kleineres Gewebsstück aus der Vulva. Die weitere Entwicklung ging nach drei weiteren leichten Traktionen mühelos vor sich. Der Wochenbettsverlauf war unter Prontosilprophylaxe, wie so häufig, anstandslos. Insbesondere fehlte jede Blasenstörung. Übrigens sind solche Totalabrisse auch bei völlig normaler Geburtsdauer bei alten wie jungen Frauen, bei Erst- wie Mehrgebärenden ziemlich gleichmäßig beobachtet worden. Bei der großen Seltenheit bei engem Becken dürfte auch Mißverhalten zwischen Kopf und Becken kaum als ausschlaggebend ätiologisches Moment ernstlich in Frage kommen Die Ursache bleibt,wie in meinem Fall, meist ungeklärt.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1942

Authors and Affiliations

  • Benthin
    • 1
  1. 1.Königsberg i. Pr.Deutschland

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