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Zur Entwicklungsdauer des Collumcareinoms

Chapter
Part of the Archiv für Gynäkologie book series (AGYO)

Zusammenfassung

Die Früherfassung der Carcinome wird außerordentlich erschwert durch ihren gelegentlich langdauernden latenten Verlauf. Bei einer 45jährigen Patientin finden sich im Mai 1935 nach einer 14tägigen Dauerblutung im Anschluß an die sonst normale Menstruation eine Erosio portionis von geringer Ausdehnung und zwei kleine Leukoplakien der hinteren Muttermundslippe. Die Curettage ergibt histologisch das typische Bild einer verzögerten menstruellen Abstoßung, aber auch einen kleinen carcinomverdächtigen Plattenepithelstreifen, der zweifellos aus dem Cervicalkanal stammt. Die Frau ist daher in dauernder Beobachtung behalten worden. 3 Monate später wird wegen erneuter starker Blutung wiederum curettiert, wobei sich mikroskopisch eine Hyperplasie des Endometriums als Blutungsursache zeigt. Die kleinen Leukoplakien werden abgetragen. Sie sind histologisch unverdächtig, jedoch finden sich neben ihnen carcinomverdächtige Epithelstreifen in der Gegend des äußeren Muttermundes. Ein Zusammenhang der Leukoplakien und des verdächtigen Gewebes ist, wie die spätere Serienuntersuchung ergibt, nirgends vorhanden. Die Erosion bleibt unter weiterer Beobachtung unverändert. Erst März 1939 findet sich, aber nur bei der Kolposkopie, im Bereich der Erosion ein stecknadelkopfgroßes Ulcus der hinteren Lippe, aus dem es ganz wenig blutet. Mit Rücksicht auf die Vorgeschichte wird nunmehr im April 1939 die Exstirpation des Uterus ausgeführt. Die Portio wird in Serien geschnitten. Es findet sich nun ein oberflächliches Plattenepithelcarcinom, das nur in einem einzigen Zapfen etwa 2 mm in die Tiefe dringt. Die nachträgliche Serienuntersuchung der früheren Präparate zeigt, daß es sich schon 4 Jahre vorher mit Sicherheit um ein kleines Plattenepithelcarcinom gehandelt hatte, das ohne klinische Symptome diese Zeit über bestanden hat. Die Diagnose wurde nachträglich von Robert Meyer bestätigt. Heute, nach weiteren 2 1/2 Jahren, geht es der Patientin gut und die laufenden Nachuntersuchungen ergaben keinerlei Anzeichen eines Reuidivs.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1942

Authors and Affiliations

  • Limburg
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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