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Trink- und Brauchwasser

  • L. W. Winkler
Chapter

Zusammenfassung

Chemisch reines Wasser kommt in der Natur nicht vor: jedes natürliche Wasser enthält kleinere oder größere Mengen von Salzen etc. gelöst. Im allgemeinen ist das Gletscherschmelzwasser, dann das Regenwasser das reinste; abgesehen von den im Regenwasser gelösten Gasen (N2, O2, CO3) findet man darin fast immer Ammoniak (im Liter 1–5 mg), so auch Spuren von salpetriger Säure und Salpetersäure. Der Regen reißt ferner Staubteile mit sich und löst daraus geringe Mengen mineralischer Bestandteile, z. B. Natriumchlorid. Merkliche Mengen anorganischer Bestandteile, namentlich Schwefelsäure, findet man im Regenwasser, welches im Umkreise von Fabrikstädten gesammelt wurde. Das Regenwasser enthält auch immer Kleinwesen und deren Keime.

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Referenzen

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    Diese Grade entsprechen demnach je 5 mg CaCO3 in 100 ccm Wasser und sind also = 5 französischen Härtegraden. Es scheint mir unzweckmäßig, die ohnehin bestehende Verwirrung, die durch die Bezeichnung nach deutschen, französischen und englischen Härtegraden besteht, durch die Einführung der Wart haschen Grade noch zu vergrößern, die übrigens in der Literatur bisher kaum angewendet worden sind. Am besten versteht man unter „Alkalinität“ dasselbe wie „vorübergehende Härte“ (s. u.) und bezeichnet sie mit den sonst üblichen Härtegraden. Ich habe dies schon 1885 vorgeschlagen. (Die Wasserversorgung von Zürich, Zürich 1885, S. 104.) Die Warthasche Methode muß übrigens, um genaue Resultate zu geben, in Silber oder Platingefäßen ausgeführt werden. Das erforderliche lange Kochen würde bei Anwendung von Glasgefäßen total falsche Ergebnisse liefern, und selbst bei Porzellanschalen ist man in diesem Falle nicht ganz sicher. G. L.Google Scholar
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    Dies habe ich schon 1885 a. a. 0. vorgeschlagen und angewendet; die Methode ist nicht nur viel einfacher und schneller auszuführen, als die Titration mit Alizarin, weil das Kochen wegfällt, sondern sie gestattet auch die Anwendung von Glasgefäßen. Meines Wissens ist die Anwendung von Methylorange für diesen Zweck fast allgemein üblich. G. L.Google Scholar
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    Der absolute Bakteriengehalt des Wassers ist so schwankend, daß man sich den größten Täuschungen aussetzt, wenn man die Beschaffenheit des Wassers danach beurteilen will, ohne alle anderen Umstände in Rechnung zu ziehen. Der Wert der Bakterienzählung beruht hauptsächlich darauf, daß sie gestattet, die Wirkung von Reinigungsvorrichtungen, wie Filtern u. s. w. zu kontrollieren. G. L.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1904

Authors and Affiliations

  • L. W. Winkler
    • 1
  1. 1.BudapestHungary

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