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Zusammenfassung

Die Geschichte des Altertums läßt bei allen Völkern eine ausgesprochene Liebe und Verehrung für den Wald erkennen. Er war der noturgemäße Aufenthalt für die Iägervölker, bdenn er gewährte ihnen nicht bloß Schuú gegen die Unbilden der Witterung, das Material zu ihren Gerätschaften und zur Feuerung, sondern in den vormals so reichen Wildbestäinden auch die Nahrung. Wenn ouch die nächst höhere Kulturstufe der Hirtenvölker dem Walde schon feindlicher gegenübersteht, da sie in den holzfreien Weidegründen und deren Erweiterung (gewöhnlich durch Feuer) ihre Eŗistenz suchen mußten, so ist doch erst der Ackerbau der geschworene Feind des Waldes geworden, denn je mehr die Bevölkerung und mit ihr die Bedürfnisse der Menschen wuchsen, um so mehr mußte sich der Wald auf die entlegenen und für die Landwirtschaft nicht mehr benuúbaren Flächen zurückziehen. Heute sind wir an dieser äußersten, von dem Ackerbau naturgemäß nicht mehr überschreitbaren Grenze fast überall nicht nur angelangt, sondern sie ist in den meisten europäischen Staaten, ja selbst zum Teil in unserm deutschen Vaterlande, im der That mehr oder weniget überschritten. Dieses Zurückweichen des Waldes und die durch, die Bevölkerungsmehrung stets wachsenden Anforderungen an die Erzeugnisse desselben erfolgten lange ohne Rücksicht auf die Forderungen der Zukunft, bis der frühere Überfluß sich in Mangel zu verwandeln drohte und in der Mitte des vorigen Jahrhunderts die Holznot beängstigend an die Thür pochte. Nun erst begann man, der Natur die Geseúe abzulauschen, welche den Wald schufen, und diesen als notwendiges Objekt des bolksvermögens unter den Schuú des Staates zu stellen. Allmählich entwickelte sich eine Forstwissenschaft und eine Forstgeseúgebung.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1885

Authors and Affiliations

  • F. Reuseaux

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