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Baukunst und technische Künste

  • J. Böllner
  • O. Mothes
  • Fr. Luckenbacher
Part of the Das neue Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien book series (BEGI, volume 1)

Zusammenfassung

Wenn das dringende Bedürsniß den Menschen, wie uns die Einleitung zeigte, zum Nachdenken, zur Arbeit und zur Vereinigung zwang, so war damit allerdings die Bahn eröffnet, die ihn zur Bildung führen mußte. Die im Kampfe um das Dasein, in der Arbeit für Erfüllung der nächstliegenden, leiblichen Bedürfnisse eintretende Erweckung geistigen Lebens mußte begleitet sein vom Erwachen höherer, geistiger Bedürfnisse. Jedem Menschen ist ja außer Verstand und Willen auch Phantasie gegeben, und eine der hauptsächlichsten, schon bei jedem Kinde und ähnlich bei Erwachsenen auf der Kindheitsstufe der Kultur erscheinenden Aeußerungen der Phantasie ist der Trieb, zuerst sich, dann aber seine Umgebungen zu verschönen. Selbst in der uns vollständig geschmacklos, ja abscheulich erscheinenden Verunstaltung einzelner Körpertheile, in der grassesten Tätowirung des ganzen Körpers bei den Halbwilden erkennt der ausmerksame, unbefangene Forscher eine Bethätigung des Schönheitssinnes. Wo der Mensch nicht durch die Gunst des Klimas der Kleidung, des Obdaches, der Geräthe entbehren kann, da wird sich der Verschönerungstrieb nicht seinem, durch die Kleidung ja mehr oder weniger verdeckten Körper, sondern den zur Erfüllung seiner Bedürfnisse nöthigen Gegenständen zuwenden.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1872

Authors and Affiliations

  • J. Böllner
  • O. Mothes
  • Fr. Luckenbacher

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