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Einleitung. Kulturgeschichtliche Entwicklung des Menschengeschlechtes

  • J. Böllner
  • O. Mothes
  • Fr. Luckenbacher
Part of the Das neue Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien book series (BEGI, volume 1)

Zusammenfassung

Es erhält die Betrachtung des Kulturzustandes eines Volkes oder einer Zeit ein erhöhtes Interesse, wenn sich derselben eine Vekanntschaft mit der allgemeinen Entwicklung verbindet; wenn es durch eine solche möglich wird, die einzelnen Wurzeln zu entdecken, denen die eigenthümlichen Richtungen der Lebens- und Anschauungsweise entsprossen sind und welche häufig, wenn auch nur dem scharfen Blicke bemerkbar, noch nährend und erhaltend wirken; wenn die Wege sich offen zeigen, auf denen der Fortschritt wandelte, und durch eine abwägende Vergleichung sich die beglückende Ueberzeugung befestigen kann, daß die Menschheit trotz scheinbarer Hemmnisse sich unaufhaltsam dem Ziele einer edlen Humanität nähert. Eine ewige Gestzmäigkeit regelt alle Veränderungen unseres Erdkörpers und seiner Organismen. Nichts geschieht sprungweise und unvermittelt. Die Gegenwart ist erst durch die Verganggenheit geworden, was sie ist, und Alles, selbst das Mißglückte, das Entgegenstrebende, hat seinen bildenden Einfluß geübt. Wie zum endlichen Gedeihen eines Fruchtackers auch der Sturmwind mithilft, so hilst der Menschheit auch Dasjenige auf der Bahn der Entwicklung weiter, was sich dem oberslächlichen Blick leicht als ein Rückschritt darstellt. Es geschieht nichts umsonst, daher ist aber auch jeder Zustand nur ein Uebergang, ein Stadium, eine Phase, für die Gegenwart ihres Bestehens zwar das Ergebniß des Vergangenen, für die Zukunst aber nur der Schemel, auf den das Kommende seine Füße stellen kann.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1872

Authors and Affiliations

  • J. Böllner
  • O. Mothes
  • Fr. Luckenbacher

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