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Vergleichungen von Quecksilber-Thermometern mit dem Luft-Thermometer

  • L. Grunmach
Chapter

Zusammenfassung

Die in ihrer tieferen wissenschaftlichen Bedeutung durch die mechanische Wärmetheorie nahegelegte und begründete Anwendung der sogenannten permanenten Gase als thermometrische Substanzen liefert wohl das rationellste Maafs für die Temperatur, da bei ihnen die Zunahme des Volumens bei constantem Drucke, und die Zunahme der Spannkraft bei constantem Volumen dem Temperaturzuwachs am nächsten proportional zu sein scheint. Unter den Gasen, die als wärmemessende Substanzen angewandt werden, ist die trockene1), kohlensäurefreie, atmosphärische Luft trotz ihrer zusammengesetzten Natur und trotz der Inkonstanz in dem Verhältnisse der komponirenden Bestandtheile aus praktischen Gründen am gebräuchlichsten, die Kenntnifs ihres Ausdehnungskoëfficienten bildet daher die Basis der gesammten Thermometrie.

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Referenzen

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    Unter „trockener” Luft ist stets Luft verstanden, welche durch Hindurchleiten durch wasserabsorbirende Substanzen, wie Chlorkalcium, koncentrirte Schwefelsäure, Phosphorsäureanhydrid, von ihrer Feuchtigkeit möglichst befreit ist.Google Scholar
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    In neuester Zeit sind noch während des Druckes dieser Arbeit von Prof. Henry A. Rowland gelegentlich seiner Arbeit „Ueber das mechanische Aequivalent der Wärme etc.” (Proceed. of the Amer. Acad. of arts and sciences 1880, p. 75–119) zahlreiche Vergleichungen verschiedener Quecksilberthermometer mit dem Luftthermometer publicirt worden. Die von ihm theoretisch abgeleitete Formel für die Reduktion der Angaben der Quecksilberthermometer auf die des Luftthermometers stellt zwar die älteren Beobachtungen von Regnault und Recknagel mit einer Genauigkeit dar, wie sie sich aus dem Genauigkeitsgrade der Beobachtungen selbst nicht erwarten läfst, dagegen zeigen seine eigenen direkten Vergleichungen starke Verschiedenheiten im Gange der einzelnen Quecksilberthermometer gegenüber dem Luftthermometer. Während die Angaben eines Kew-Standard-Thermometers, welches von Welsh im Jahre 1853 verfertigt und in halbe Fahrenheit’sche Grade getheilt ist, von denen des Luftthermometers innerhalb des Intervalles zwischen 0° und 100° C. um die nahezu konstante Gröfse von 0,05° C, und zwar in dem gewöhnlichen Sinne abweichen, zeigen ein von Baudin im Jahre 1876 verfertigtes, mit Millimetertheilung versehenes, und ein von Geifsler in Bonn angefertigtes in 0,1° C. getheiltes Quecksilberthermometer unter einander eine aufserordentliche Uebereinstimmung, dagegen Abweichungen von den Angaben des Luftthermometers, die in der Mitte der Skale bis zu 0,3° C. ansteigen. — Aus den mitgetheilten Versuchen ist aber nicht ersichtlich, welche Aenderungen die Eispunkte der Quecksilberthermometer während der Vergleichungen erfahren haben, ebenso werden Angaben der Temperatur des schädlichen Raumes des Luftthermometers vermifst, es ist indefs nicht anzunehmen, dafs letztere bei der Berechnung der Temperaturangaben des Luftthermometers unberücksichtigt geblieben seien.Google Scholar
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  16. 1).
    Hiebei ist zu F das Volumen (0,03268ccm) des 40cm langen Stückes der Kapillare vom Ballon bis zum ersten Knie, dessen Temperatur mit der von V bei unserer Anordnung der Versuche als identisch angesehen werden konnte, hinzugerechnet.Google Scholar
  17. 2).
    Vorgetragen vom Verfasser in der Sitzung der physikalischen Gesellschaft zu Berlin am 12. April 1878.Google Scholar
  18. 1).
    Die Versuche sind von den Herren Dr. Schwirkus und Dr. Thiesen ausgeführt worden.Google Scholar
  19. 1).
    Hierzu Beilage XII nebst Anhang.Google Scholar
  20. 1).
    Vergl. Beilage XII, S. 93, die erste Anmerkung.Google Scholar
  21. 2).
    Guyot, Tables, meteorological and physical, prepared for the Smithsomam Institution. Washington.Google Scholar
  22. 1).
    Auch von den anderen Beobachtern waren die Dimensionen von v und V stets so gewählt, dafs die Gröfse ihres Verhältnisses zwischen den Grenzen 0,003 und 0,010 schwankte.Google Scholar
  23. 2).
    Beilage XII, S. 87 und 94.Google Scholar
  24. 3).
    In den beiden erwähnten Fällen wurde zur Berechnung von ∆H für t das Mittel aus den Angaben beider Thermometer angenommen.Google Scholar
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    Herr Prof. Rowland findet die Maximalabweichung bei einer Temperatur zwischen 40 und 45° C. 1. c. S. 89.Google Scholar
  28. 1).
    Crafts, Comptes rendus XCI, p. 413.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1881

Authors and Affiliations

  • L. Grunmach

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