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Die Trockenbagger

  • Ph. Forchheimer

Zusammenfassung

Die Loslösung von Erde und ihre Verladung in Fördergefässe wird heute in Deutschland, trotz der zahllosen seit einem halben Jahrhundert ausgeführten Bahnbauten, fast ausnahmslos mit denselben Mitteln betrieben, wie zur Zeit der Einführung der Lokomotive, und wenn gegenwärtig in der Herstellung begriffene Einschnitte ein anderes Bild bieten, als vor 50 Jahren, so ist die Wandlung mehr der Förderungsweise, nämlich der ausgedehnteren Anwendung von Rollgeleisen, als dem Verfahren bei Gewinnung der Erde zuzuschreiben. Selbst der Suezkanal, bei welchem zum erstenmale Exkavatoren in ausgedehnterem Masse Benutzung fanden, vermochte hierzulande keine Aenderung in der herkömmlichen Art der Ausführung von Erdbauten herbeizuführen; Grabemaschinen traten bei uns selten in Thätigkeit, und erst die nächste Zeit verspricht — am Nord-Ostsee-Kanal und anderen Kanalanlagen — einem bisher in unserer Heimat vernachlässigten Zweige der Technik erhöhte Berücksichtigung. Der Grund dieser Erscheinung liegt im Stillstande der Entwickelung des deutschen Wasserstrassennetzes, welches bis vor kurzem vor dem wie htigeren Eisenbahnnetz zurücktreten musste. Bei der Mehrzahl aller Eisenbahnausschachtungen arbeiten auch die Trockenbagger kostspieliger als der Handbetrieb, und zwar bei allen kleineren Einschnitten und bei den grossen von mehr als 12 bis 13m Tiefe. Bei ersteren machen sich die Anschaffungskosten eines teueren Gerätes und die Betriebskosten der häusigen Versetzung nicht bezahlt, bei letzteren liefert der englische Einschnittsbetrieb den Hohlraum zu noch geringerem Preise. Nur geldkräftige Unternehmer, deren es nicht zu viele in Deutschland giebt, welche sicher sind, stets geeignete Verwendung für Trockenbagger zu finden, können sich überhaupt auf deren Ankauf einlassen. Ausgrabungen, wie sie bei Wasserbauten häufig sind, von bedeutendem Inhalt und einer Tiefe von 3 bis 12m in gleichmässigem, nicht zu festem Boden bieten, von besonderen Fällen abgesehen, die günstigste Gelegenheit zur Anwendung des Exkavators.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1888

Authors and Affiliations

  • Ph. Forchheimer

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