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Die Grafen des Nahegaues

  • Wilhelm Fabricius
Chapter
Part of the Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz book series (EGAR)

Zusammenfassung

Nach den neuesten Untersuchungen 1), die Heinrich Baldes in seiner Dissertation „Die Salier und ihre Untergrafen in den mittelrheinischen Gauen“, Marburg 1913, anstellt, stand der Nahegau in engerer Verbindung mit dem Wormsgau. Als Grafen in beiden Gauen kommen 756–837 die Hattonen vor 2), deren letzter als Gegner Ludwigs des Deutschen hat weichen müssen, als seine Gaue durch den Vertrag von Verdun 843 diesem König zugesprochen worden sind. Im Nahegau folgte 868 3) und 870 Megingaud als Graf, der 889 auch den Wormsgau, und 888 das Maienfeld verwaltete. Er wird als naher Verwandter des Königs Odo von Frankreich bezeichnet und ist vielleicht ein Nachkomme des Heiligen Rupertus, dem die Heilige Hildegard ein Herrschaftsgebiet um Bingen zuschreibt 4). Neben Megingaud kommt ein Graf Walaho vor im Wormsgau in den Jahren 882, 888 und 897, im Speyergau 900 und 902, im Enzgau 902, im Kuningsundragau 842 und 879 und im Niddagau 890. Man weiss nicht, ob es sich bei allen diesen Erwähnungen um dieselbe Person handelt, jedenfalls gehören sie alle demselben Geschlecht an. Ein Sohn WTalahos war Burchard, der die Witwe Megingauds, Gisela, heimführte, er war unter Ludwig dem Kind Graf im Wormsgau und 905 Graf im Maienfeld. Zwischen den Walahonen trifft man 891 den Grafen Werinhar im Worms- und Nahegau 5), 906 im Speyergau als Gaugraf an. Dessen Nachkommen, das Geschlecht der Salier 1), waren dann Grafen im Wormsgau, Nahegau, Speyergau, Niddagau, und vielleicht (973) im Maienfeld, also in den Gauen, die vorher den Walahonen zugestanden haben.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Fabricius
    • 1
  1. 1.DarmstadtDeutschland

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