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Grundlagen für eine richtige Ernährung des Menschen

  • J. König
Chapter

Zusammenfassung

Die wichtigsten Bestandteile unserer Nahrung bilden Proteine (Stickstoff-Substanz), Fette und Kohlenhydrate; sie müssen sowohl in der richtigen Menge, wie auch in dem richtigen Verhältnis zueinander genossen werden, wenn der menschliche Organismus gedeihen oder leistungsfähig erhalten werden soll.

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Literatur

  1. 1).
    Aber auch die verdaulichen Anteile eines Nahrungsmittels kommen dem Körper für die Arbeitsleistungen nicht ganz zugute. Denn ein Teil der potentiellen (ruhenden) Energie der Nahrungsmittel wird dazu verwendet, um die Kraft zur Verdauungsarbeit zu liefern und dieser Arbeits-(Kraft-)Aufwand ist je nach dem Grade der Ausnutzungsfähigkeit der Nahrungsmittel verschieden. M. Rubner hat z. B. gefunden, daß bei der Verdauung von reinem Fett und von Saccharose keine wesentliche Menge Energie aufgewendet zu werden braucht, während der Verlust beim Protein 26,7% seiner potentiellen Energie beträgt! Wie groß die für die Verdauung aufzuwendende Energie bei den einzelnen Nahrungsmitteln ist, d. h. wie viel von der vorhandenen potentiellen Enerige auf die Verdauungsarbeit entfällt und wieviel davon in physiologischen Nutzeffekt, in thermische und dynamische Energie bei den einzelnen Nahrungsmitteln umgewandelt wird, dafür fehlen uns bis jetzt noch jegliche Grundlagen. Man kann annehmen, daß der physiologische Nutzeffekt bei den leicht verdaulichen Nahrungsmitteln größer ist als bei den schwer verdaulichen, daß der durch die Verdauung entstehende Energieverlust um so größer ist, je schwerer die in Zellen eingeschlossenen Nährstoffe den Verdauungssäften zugänglich sind und umgekehrt. Fur die Bewertung dieser Größe müssen aber noch weitere Grundlagen gewonnen werden, einstweilen muß man sich mit der Berücksichtigung der Ausnutzungsgröße begnügen.Google Scholar
  2. 1).
    Dr. Hindhede-Kopenhagen gibt neuerdings höhere Ausnutzungs-Koeffizienten für Kartoffeln an.Google Scholar
  3. 1).
    Wollte man z. B. die nötige Energiemenge nur in Form von Kohlenhydraten zuführen, so würden dazu durchweg z. B. bei Kartoffeln, Brot usw. Mengen erforderlich sein, die der Magen an sich nicht aufnehmen und bewältigen kann.Google Scholar
  4. 1).
    Man könnte auch daran denken, die Preiswürdigkeit der Nahrungsmittel nach den ausnutzbaren Kalorien (Wärmeeinheiten) zu bemessen. Man kommt dann aber zu unhaltbaren Verhältniszahlen. So würde man für 1 Mk. an ausnutzbaren Kalorien erhalten:Google Scholar
  5. Fleisch, fett Fleisch, mager Milch Schmalz Graubrot KartoffelnGoogle Scholar
  6. Die Kartoffeln würden hiernach für die Ernährung um 20mal preiswürdiger sein als mageres Fleisch, ein Verhältnis, dessen Unhaltbarkeit jedem von vornherein einleuchtet. Es ist dadurch bedingt, daß bei der Berechnung auf Kalorien der Wert von Protein sich nicht wesentlich höher als der von Stärke stellt, das weit teurere Fleisch aber verhältnismäßig reich an Protein, die Kartoffel dagegen verhältnismäßig reich an Stärke ist. Im Schmalz würde man für 1 Mk. 3,5 bis 7,5 mal mehr Kalorien erhalten als in den verschiedenen Fleischsorten, zu welchem höheren Wert es aber für die praktische Ernährung nicht eingeschätzt wird. Die einzelnen Nährstoffe aber haben, wie schon auseinnandergesetzt, in der Nahrung neben der Lieferung von Kalorien noch andere Aufgaben zu erfüllen, und es wird das Protein im Handel höher als das Fett, und dieses wieder höher als die Kohlenhydrate bezahlt. Rock oder Beinkleid bedecken eine etwa 4–5 mal größere Körperoberfläche als Schuhe. Aus dem Grunde aber darf man den Geldwert von Rock oder Beinkleidern nicht auch 4–5 mal höher als den von Schuhen veranschlagen, weil letztere außer Schutz vor Wärmeabgabe vom Körper noch andere Zwecke zu erfüllen haben, und die Rohstoffe, aus denen die genannten Kleidungsstoffe angefertigt werden, verschiedenartig sind und einen verschiedenen Handelspreis besitzen. Aus dem Grunde können für die Nährgeldwertsberechnung der Nahrungsmittel nur die wirklichen Handelspreise als Grundlage dienen, wobei von den Nährstoffen tunlichst nur das zur Rechnung herangezogen wird, was von ihnen in den Verdauungsorganen ausgenutzt wird.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • J. König
    • 1
  1. 1.Westfälischen Wilhelms-UniversitätMünster i. W.Deutschland

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