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Flechten (Lichénes)

  • Herrmann Hager
Chapter
Part of the Erster Unterricht des Pharmaceuten book series (EUP)

Zusammenfassung

Der Thallus der Flechten bietet in seinen äusseren Formen, wie auch in seiner anatomischen Zusammensetzung eine mannigfache Verschiedenheit dar. Der blattar tige Thallus (thallus foliaceus) zeigt Tappige oder blattartige, laubähnliche Formen und ist sei­ner anatomischen Zusammenset­zung nach vor anderen Flechten-formen am vollkommensten ent­wickelt. Der Verticalschnitt zeigt drei Zellenschichten, eine untere, eine mittlere und eine obere. Die obere und dio untere Schicht bilden die Rindenschicht, die mittlere die Markschicht. Die erstere besteht aus unregelmässigen Zellen, die Markschicht aber aus einem wergartigen Gewebe, Filzgewebe (contextus stupacěus), aus trocknen ineinander verwebten fadenförmigen Zellen zusammengesetzt, und sehr häufig noch aus einer Schicht straffen Gewebes (contextus strictus), ge­bildet aus dicht und gleichmässig aneinander liegenden fadenförmi­gen Zellen. Dieses straffe Ge­webe hat man auch gonimische Schicht (stratum gonimĭcum, d. i. zeugungskräftige Schicht) genannt, weil es nicht nur die Assimila­tion der aufgenommenen Nah­rungsstoffe besorgt, sondern auch als Roproductionsorgan dient. Es können nämlich einzelne Zellen des Gewebes aus ihren Verbando austreten und sich unter günstigen Verhältnissen zu neuen Organismen umgestalten. Solche Zellen hat man Brutköurner, Gonidien (gonidĭa), und die Häufchen, unter welcher Form sie bei vielen Flechten die Rindenschicht durchbrechen, Bruthäufehen, Soredien (soredĭa) genannt.

Fig. 478

Wandflechte (Parrnelĭa parietĭna Acharius; Physĭa parietina Schreber). Thallus foliacëus, laciniātus. Apothecĭa sessilia, e rufo flava.

Fig. 479

Flechtengewebe. Längsdurchschnitt eines Theiles des Thallus der Isländischen Flechte, des Lichen Islandĭcus (Celrarĭa Islandica Achar.). a Rindenschicht, s, wg, s, sogenannte Markschicht, s s straffes Gewebe (contextus strictus), wg wergartiges Gewebe, (contextus stupacěus), c Gonidien.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1869

Authors and Affiliations

  • Herrmann Hager

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