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Pilzgewebe, Flechtengewebe. Gewebe der Algen

  • Herrmann Hager
Chapter
Part of the Erster Unterricht des Pharmaceuten book series (EUP)

Zusammenfassung

Ein besonderes Zellgewebe findet man bei einem grossen Theil der Pilze (fungi), Flechten (lichēnes) und Algen (algae), also bei den Kryptophyten oder Thallophyten, Zellenpflanzen einer niederen Stufe mit unvollständigem Zellgewebe und ohne Gefässe und Bastzellen. Das Trieblager (thallus) dieser Pflanzen, welches die Stelle der verschiedenen Organe höher organisirter Gewächse vertritt, ist eine einfache Gewebebildung. Die Zellen (bei den Pilzen Flocken, Hyphen, flocci, hyphae, genannt), sind bald verkürzt, bald verlängert, bald zusammengedrängt, bald locker verbunden, und bilden bei den höher organisirten Pilzen und den Flechten mit laubartigem Thallus das Pilz- oder Flechtengewebe (Filzgewebe), ein unregelmässiges Fasergewebe, aus langen fadenförmigen verzweigten und unter einander vielfach verschlungenen farblosen Zellen bestehend. Bei den meisten Flechten ist das Gewebe (wergartiges Gewebe, contextes stupacĕus, genannt) starr und zähe, bei den Pilzen ist dagegen das Gewebe (mycelĭum; hyphasma; contextes floccōsus) weich und sehr vergänglich. Die Zellen der Pilze sind sehr stickstoffreich, die der Flechten enthalten auch Stärkemehl.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1869

Authors and Affiliations

  • Herrmann Hager

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