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Verhandlungen pp 1257-1260 | Cite as

Die Entstehung der elastischen Fasern in der embryonalen Lunge des Menschen

  • W. Schwarz
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Zusammenfassung

Die elastischen Fasern treten in der Ontogenese im allgemeinen später als die kollagenen auf (1). In der Lunge dagegen entstehen die ersten elastischen Elemente bereits im 3. Schwangerschaftsmonat im Mesenchym der Lungenanlage (2, 3). Reticuläre Fasern finden sich in diesem Embryonalstadium nur an wenigen hilusnahen Stellen. Wir hatten Gelegenheit, die Lungen eines menschlichen Embryos von 7,6 cm Gesamtlänge zu untersuchen. Die entodermale Lungenanlage besteht aus einem Drüsenbaum, dessen Endstücke noch ein einschichtiges Zylinderepithel besitzen. Die Zellen der mesenchymalen Lungenanlage sind verästelt und bilden einen schwammartigen Zell-verband. Die großen Zellkerne sind rund oder oval. Der Zelleib enthält neben vielen Vacuolen nur wenige Doppellamellen und Mitochondrien. Das Cytoplasma zeigt in der Außenschicht und in der Zentralzone des Zelleibs keine Unterschiede. Man kann deshalb nicht von einem Exoplasma und Endoplasma der mesenchymalen Zellen sprechen. Alle Zellen haben Fortsätze, die in verschiedenen Ebenen des Raumes liegen. Ihr Querschnitt ist rund oder oval. Auch in den Verästelungen der Zellen sind Vacuolen und einzelne Mitochondrien zu erkennen. Eine einfache Zellmembran von 200 Å Dicke umkleidet Zelleib und Zellfortsätze. Das Mesenchym der Lungenanlage bildet keine protoplasmatische Einheit, sondern einen Verband von Zellindividuen. Mit ihren Fortsätzen stehen die einzelnen Zellen untereinander nur in Berührung. Die Kontaktstellen mit einer Dicke von 600 Å können nur mit dem EM in ihre zwei Zellmembranen und einen Zwischenraum auf- gelöst werden. Die mesenchymale Anlage der menschlichen Lunge ist damit kein „echtes“ Syncytium (Zeltkomplex), sondern ein Zellverband (Abb. 1). Die zwischenzellige Substanz ist fast noch überall flüssig oder gelartig und füllt den Raum innerhalb des schwammartigen mesenchymalen Zellverbandes aus.
Abb. 1

Mesenchymaler Zellverband in der Lungenanlage eines 7,6 cm langen menschlichen Keimlings. 6000 mal

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1960

Authors and Affiliations

  • W. Schwarz
    • 1
  1. 1.Forschungsabteilung für ElektronenmikroskopieFreien Universität BerlinDeutschland

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