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Die Blastogenese

(Furchung und Keimblattbildung.)
  • Otto Grosser
Chapter

Zusammenfassung

Die wiederholte Teilung der befruchteten Eizelle heißt Furchung; der Name paßt nur auf meso- und polylecithale Eier (S. 2), bei denen die Tochterzellen sich an der Oberfläche durch Furchen gegeneinander abgrenzen (Abb. 13 und 17), während bei den oligolecithalen Eiern (Abb. 8) und besonders bei den Säugetieren (Abb. 29) die Zellen sich weitgehend abrunden und nur punktförmig berühren. Die Furchungszellen werden auch als Blastomeren bezeichnet (Blastos = Keim, Meros = Teil). Das Ergebnis der Furchung ist ein Zellhaufen, die Morula (nach der Ähnlichkeit mit einer Maulbeere genannt, Abb. 8 und 13). Auch dieser Name paßt auf die Säugetiereier nur wenig. Die Art der Furchung ist von dem Dotterreichtum des Eies maßgebend bestimmt ; bei kleinen und mittelgroßen Eiern kann der Zellteilungsmechanismus die ganze Dottermasse bewältigen, und die Eier zeigen eine totale Furchung, während bei den großen (polylecithalen) Eiern nur die Umgebung des (befruchteten) Eikernes in Zellen zerlegt wird (partielle Furchung, Abb. 17). Die Hauptmasse des Dotters wird nicht cellulär organisiert ; solche Eier entwickeln später meist besondere Einrichtungen zur Verarbeitung der ungefurcht gebliebenen Dottermasse (Dotterblatt, S. 15).

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Referenzen

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    Der Amphioxus oder Lanzettfisch (auch Branchiostoma genannt) ist das niederste Wirbeltier; er hat keine gegliederte Wirbelsäule, sondern an ihrer Stelle nur einen einheitlichen elastischen Stab, die Chorda dorsalis. Die Segmentierung des Körpers betrifft hauptsächlich die Muskulatur.Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1944

Authors and Affiliations

  • Otto Grosser
    • 1
  1. 1.Anatomischen InstitutsDeutschen Karls-Universität PragTschechische Republik

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