Advertisement

Grundzüge einer historisch-kritischen Volkswirtschaftslehre

  • Christian Keldenich
Chapter
  • 33 Downloads
Part of the Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft book series (SOBIWI)

Zusammenfassung

Die volkswirt- und wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge in Deutschland, den USA und dem Vereinigten Königreich werden nach wie vor von der Neoklassik dominiert. Dies gilt sowohl für die Lehre als auch für die Lehrbücher und die entsprechenden Curricula. Hinzu kommt, dass die neoklassischen Modelle in der volkswirtschaftlichen Lehre in nur wenigen Fällen kritisch und reflexiv vermitteln werden. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise wird diese einseitige Ausrichtung der Volkswirtschaftslehre allerdings von immer mehr Studierenden und Lehrenden kritisiert. In diesem Zusammenhang wurden bereits vielfältige und verschiedene Ansätze entwickelt, um eine plurale volkswirtschaftliche Lehre zu ermöglichen. Die Konzeption einer historisch-kritischen Volkswirtschaftslehre soll einen Beitrag dazu leisten, die Volkswirtschaftslehre auf eine breitere Basis zu stellen. Die Studentinnen und Studenten sollen dazu befähigt werden, ökonomische Theorien und Modelle aus der Geschichte heraus verstehen, einordnen, reflektieren und kritisieren zu können. Dazu werden in diesem Aufsatz die Grundzüge einer historisch-kritischen Volkswirtschaftslehre skizziert und Ansätze für eine entsprechende didaktische Umsetzung aufgezeigt. Hierfür wird insbesondere das Wissenschaftsverständnis Adornos im Rahmen der Kritischen Theorie fruchtbar gemacht.

Schlüsselbegriffe

Aktualität und Relevanz von geschichtlichen ökonomischen Modellen Emanzipation Geschichtlichkeit volkswirtschaftlicher Modelle gesellschaftliche Totalität Kritik der neoklassischen Mainstreamlehre kritisches Wissenschaftsverständnis von Adorno plurale volkswirtschaftliche Lehre 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Adorno, T. W. (1969). Zur Logik der Sozialwissenschaften. In H. Maus & F. Fürstenberg (Hrsg.), Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie (S. 125-144). Neuwied und Berlin: Luchterhand Verlag.Google Scholar
  2. Beckenbach, F., Daskalakis, M. & Hofmann, D. (2016). Zur Pluralität der volkswirtschaftlichen Lehre in Deutschland. Eine empirische Untersuchung des Lehrangebotes in den Grundlagenfächern und der Einstellung der Lehrenden. Marburg: Metropolis-Verlag.Google Scholar
  3. Bernhard, A. (2017). Die menschliche Sozialnatur im Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse. Zum Zusammenhang von Sozialität und Emanzipation in Prozessen der Subjektwerdung. In J. Krautz (Hrsg.), Beziehungsweisen und Bezogenheiten. Relationalität in Pädagogik, Kunst und Kunstpädagogik (S. 155–168). München: kopaed.Google Scholar
  4. Beyer, K., Grimm, C., Kapeller, J. & Pühringer S. (2018). Die VWL in Deutschland und den USA – eine ländervergleichende Analyse. FGW-Impuls Neues ökonomisches Denken 07a. Düsseldorf: Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW). http://fgw-nrw.de/fileadmin/user_upload/FGW_Impuls-NOED-07a-Kapeller-A1-web.pdf. Zugegriffen: 2. August 2019.
  5. Bögenhold, D. (2011). Sozioökonomik: Das Verhältnis von Wirtschaft und Gesellschaft akademisch betrachtet. In G. Mikl-Horke (Hrsg.), Sozioökonomie: Die Rückkehr der Wirtschaft in die Gesellschaft (S. 59–94). Marburg: Metropolis.Google Scholar
  6. Brand, U. (2007). Globalisierung als Projekt und Prozess. Neoliberalismus, Kritik der Globalisierung und die Rolle der politischen Bildung. In G. Steffens (Hrsg.), Politische und ökonomische Bildung in Zeiten der Globalisierung. Eine kritische Einführung (S. 228–244). Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  7. Core (2017). The Economy. https://core-econ.org/the-economy/book/text/0-4-preface.html#preface. Zugegriffen: 2. August 2019.
  8. Dullien, S., Goodwin, N., Harris, J. M., Nelson, J. A., Roach, B. & Torras, M. (2018). Macroeconomics in Context. A European Perspective. New York and London: Routledge.Google Scholar
  9. Earle, J., Moran, C. & Ward-Perkins, Z. (2017). The Econocracy. On the Perils of Leaving Economics to the Experts. Manchester: Penguin Random House UK.Google Scholar
  10. Engartner, T. (2018). Eckpfeiler sozioökonomischer Bildung – oder: Zur Bedeutsamkeit der Kontextualisierung ökonomischer Frage- und Problemstellungen. In T. Engartner, C. Fridrich, S. Graupe, R. Hedkte & G. Tafner (Hrsg.), Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft. Entwicklungslinien und Perspektiven (S. 27–52). Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  11. Galbraith, J. K. (2017). Economics in Perspective. A Critical History. Princeton: Princeton University Press.Google Scholar
  12. Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GS*ÖBW) (2018). Gründungserklärung. https://soziooekonomie-bildung.eu/gruendungserklaerung. Zugegriffen: 2. August 2019.
  13. Goodwin, N., Harris, J. M., Nelson, J. A., Roach, B. & Torras, M. (2014). Principles of Economics in Context. Armonk, London: M. E. Sharpe.Google Scholar
  14. Hedtke, R. (2015). Was ist und wozu Sozioökonomie? In R. Hedtke (Hrsg.), Was ist und wozu Sozioökonomie (S. 19–69). Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  15. Holub, H.-W. (2011). Eine Einführung in die Geschichte des ökonomischen Denkens. Band V: Die Ökonomik im 20 Jahrhundert. Teil 1: Die österreichische Schule und die Strömungen im Sozialismus. Berlin: LIT-Verlag.Google Scholar
  16. Krätke, M. R. (1998). Die neue Weltordnung. In: R. Stötzel & R. Adelmann (Hrsg.), Ungleichheit als Projekt. Globalisierung Standort Neoliberalismus (S. 11–37). Marburg: BdWi (Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler).Google Scholar
  17. Mikl-Horke, G. (2011). Was ist Sozioökonomie? Von der Sozialökonomie der Klassiker zur Sozioökonomie der Gegenwart. In G. Mikl-Horke (Hrsg.), Sozioökonomie: Die Rückkehr der Wirtschaft in die Gesellschaft (S. 19–57). Marburg: Metropolis.Google Scholar
  18. Netzwerk plurale Ökonomik e. V. (2019). Das Netzwerk. https://www.plurale-oekonomik.de/das-netzwerk/ziele-und-aktivitaeten/. Zugegriffen: 2. August 2019.
  19. Peukert, H. (2013). Das Moneyfest. Ursachen und Lösungen der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise (2. Aufl.). Marburg: Metropolis.Google Scholar
  20. Peukert, H. (2015). Sozioökonomie und Wirtschaftswissenschaften: Am Beispiel der Finanzund Schuldenkrise. In R. Hedtke (Hrsg.), Was ist und wozu Sozioökonomie (S. 277–295). Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  21. Plickert, P. (8. April 2016). Nur noch Formeln? VWL Studenten auf Sinnsuche. Frankfurter Allgemeine Zeitung. https://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/kritik-an-deninhalten-des-vwl-studiums-14158684.html. Zugegriffen: 2. August 2019.
  22. Rethinking Economics (2019). About Us. http://www.rethinkeconomics.org/about/. Zugegriffen: 2. August 2019.
  23. Rössner, P. R. (2017). Wirtschaftsgeschichte neu denken. Mit einer Darstellung der Ursprünge moderner ökonomischer Theorien. Stuttgart: Schäffer Poeschel.Google Scholar
  24. Schmiedekampf, K. (11. Mai 2017). Denken können wir selbst! Zeit Online. https://www.zeit.de/2017/20/volkswirtschaftslehre-studenten-plurale-oekonomik. Zugegriffen: 2. August 2019.
  25. Schmied-Kowarzik, W. (2018). Grundelemente der geschichtsmaterialistischen Praxisphilosophie. In A. Bernhard, L. Ebel & S. Kunert (Hrsg.), Unser Marx. Potenziale und Perspektiven seiner Theorie für die Pädagogik (S. 16–35). Weinheim / Basel: Beltz.Google Scholar
  26. Senf, B. (2008). Die blinden Flecken der Ökonomie. Wirtschaftstheorien in der Krise. Ein AufklArungsbuch (5. Aufl.). Kiel: Verlag für Sozialökonomie.Google Scholar
  27. Tafner, G. (2018). Ökonomische Bildung ist sozioökonomische Bildung. Grundlagen der Didaktik einer reflexiven Wirtschaftspädagogik. In T. Engartner, C. Fridrich, S. Graupe, R. Hedtke & G. Tafner (Hrsg.), Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft. Entwicklungslinien und Perspektiven (S. 109–140).Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  28. The Russell Group of Universities (2019). About. https://russellgroup.ac.uk/about/. Zugegriffen: 2. August 2019.
  29. Van Staveren, I. (2015). Economics after the Crisis. An introduction to economics from a pluralist and global perspective. London, New York: Routledge.Google Scholar
  30. World Economics Association (2019). Manifesto. https://www.worldeconomicsassociation.org/wea/manifesto/. Zugegriffen: 2. August 2019.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  • Christian Keldenich
    • 1
  1. 1.EssenDeutschland

Personalised recommendations