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Das Geschehen in der Schule ist nicht politisch neutral. Welche Parteilichkeit und Parteinahme ziemt der politischen Bildung?

  • Sibylle ReinhardtEmail author
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Part of the Bürgerbewusstsein book series (BÜUPOBI)

Zusammenfassung

Meldeportale von AfD-Fraktionen in Landtagen behaupten ein Neutralitätsgebot für die Schule. Dem wird hier der Beutelsbacher Konsens als Richtschnur für das Handeln im Unterricht entgegen gesetzt. „Parteilichkeit“ und „Parteinahme“ werden als historische Kontroverse dargestellt und für die Gegenwart kontextualisiert und konkretisiert. Demokratie im Schulleben wird durch das Konzept der Anerkennung (Honneth) theoretisiert und an Beispielen differenziert konkretisiert. Leben und Lernen brauchen sich wechselseitig! Dabei ist die Achtung des Subjekts eine Leitlinie: Überwältigen kann auch die Gruppe und nicht nur eine Lehrkraft oder eine Situation. Die Demonstration aus der Schule heraus ist eine politische Aktion, die strukturell keine Lernsituation abgibt. Sie bedarf der Reflexion im Unterricht, was auch für „Fridays for Future“ gilt.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Martin-Luther-Universität Halle-WittenbergHalleDeutschland

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