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Workload-Erhebungen – Notwendiges Übel oder ungenutzte Chance?

  • Stefen MüllerEmail author
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Zusammenfassung

Ziel des Beitrags ist es, Beteiligte stärker für das Thema „Workload“ zu sensibilisieren, Workload-Instrumente jenseits der klassischen Fragebogenmethode in den Blick zu nehmen und Workload-Erhebung auch als Reflexionsinstrument zu verstehen. Neben Überlegungen zur Anschlussfähigkeit der Workload-Thematik im Kontext von Qualität in Studium und Lehre sowie der Darstellung einiger klassischer Workload-Erhebungsverfahren, fokussiert der Beitrag Chancen und Möglichkeiten der Workload-Erhebung anhand des Workload-Inventars der TU Kaiserslautern. Die Ergänzung fragebogenbasierter Erhebungsinstrumente mit der Workload-Kurve generiert erste Gesprächsanlässe jenseits des „Bauchgefühls“ und die Workload-App dokumentiert, unter Einbezug spielerischer Elemente, Zeiten studienbezogener Tätigkeiten, welche zur Selbstreflexion herangezogen oder im Beratungskontext eingesetzt werden können. Es wird deutlich, dass Erhebungen des Workloads nicht nur formalen Aspekten wie der (Re-)Akkreditierung dienen, sondern auch auf individueller Ebene eingesetzt werden können. Inwieweit Workload-Erhebungen einen Beitrag zur Vermeidung von Studienabbrüchen leisten können und wie die Erschließung individueller Workload-Daten mit Fragen des Datenschutzes in Einklang zu bringen sind, bleibt zu klären.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Technische Universität KaiserlauternKaiserlauternDeutschland

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