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Empirische Studie: Erwartungen an die Unternehmensnachfolge

  • Andreas WiesehahnEmail author
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Zusammenfassung

Familienunternehmen tragen maßgeblich zur Bruttowertschöpfung der Bundesrepublik Deutschland bei: der Anteil von familienkontrollierten Unternehmen an allen Unternehmen am Ende des Jahres 2015 betrug etwa 90 % bei einem Anteil von 57 % an der Gesamtbeschäftigung (Stiftung Familienunternehmen 2017, S. 9 f.). Bei allen Familienunternehmen kommt es früher oder später zu einem Wechsel der Leitung und des Eigentums. Die Unternehmensnachfolge ist unvermeidlicher Bestandteil des Lebenszyklus eines Familienunternehmens. Im Zeitraum von 2018 bis 2022 werden pro Jahr etwa 30.000 Nachfolgen in deutschen Familienunternehmen prognostiziert: dies bedeutet rein mathematisch im Durchschnitt etwa eine Nachfolge alle achtzehn Minuten (Kay et al. 2018; Kay und Suprinovič 2019). Im Vergleich zum ersten Prognosezeitraum 2010–2014 hat sich die Zahl der Nachfolgen um mehr als 36 % erheblich gesteigert. Von den Nachfolgen sind v. a. das produzierende Gewerbe, die unternehmensbezogenen Dienstleistungen und der Handel betroffen. Die meisten Nachfolgen sind bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 0,5 und 1,0 Mio. EUR zu erwarten. Diesen Nachfolgeprozess möglichst effizient und ohne Schaden für das Unternehmen und die Beschäftigten zu gestalten ist daher sowohl aus einzelwirtschaftlicher als auch aus volkswirtschaftlicher Perspektive bedeutsam und geboten.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich WirtschaftswissenschaftenHochschule Bonn-Rhein-SiegSankt AugustinDeutschland

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