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Management pp 265-322 | Cite as

Operative Planung und Kontrolle

  • Georg Schreyögg
  • Jochen Koch
Chapter
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Zusammenfassung

In Kapitel 6 werden die Grundlagen der operativen Planung und der operativen Kontrolle erläutert. Die operative Planung wird in einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Umsetzung der strategischen Pläne gestellt. Im Unterschied zur strategischen Planung hat die operative Planung einen wesentlich höheren Konkretisierungsgrad. Sie übersetzt die Strategie und verankert sie im täglichen Handeln. Darüber hinaus hat die operative Planung aber auch weitere eigenständige Zwecke, d. h. sie erstreckt sich auch auf betriebliche Handlungsgebiete, die sich nicht unmittelbar aus dem strategischen Konzept ableiten. Die operativen Pläne können in Realgüter-, Wertumlauf und Projektpläne untergliedert werden. Nachdem die operative Planung einen wesentlich höheren Konkretisierungsgrad aufweist, kann sie auch mit exakteren Methoden als die Strategieplanung bearbeitet werden. Hierzu ist eine Reihe von Modellierungstechniken entwickelt worden. Operative Planungsaufgaben werden als Probleme konstruiert, d. h. auf ein Format gebracht, das sie dann einer mathematischen Lösung zugänglich macht. Es werden verschiedene Modellarten unterschieden: Optimierende, Prognostizierende und Experimentierende Modelle. Verschiedene mathematische Lösungstechniken werden hierfür vorgestellt. Die Break-even-Analyse wird als Beispiel im Detail gezeigt.

Im Anschluss daran wird die Budgetierung im Sinne einer Umsetzung der strategischen Pläne erläutert. Budgets geben Aufgabenträgerinnen für einen begrenzten Zeitraum fixierte Sollgrößen in wertmäßiger Form vor. Mit der Bestimmung von Budgets soll vor allem eine Orientierungsfunktion für das tägliche Handeln der Organisationsmitglieder erreicht werden. Daneben sollen sie aber auch Integrations- und Kontrollfunktionen erfüllen. Die Budgetierung ist zum Gegenstand kritischer Einwände geworden, die wichtigsten Argumente werden zusammenfassend vorgestellt.

Den Abschluss des Kapitels bilden Ausführungen zur operativen Kontrolle. Sie wird sowohl als Feedback-, als auch als Feedforward-Kontrolle thematisiert. Pläne und Budgets sind die Sollgrößen, die dem Kontrollprozess zugrunde gelegt werden. Die operative Kontrolle ermittelt ein „Ist“, das sie dem „Soll“ gegenüberstellt, um allfällige Abweichungen zu registrieren und zu kommunizieren. Die operative Kontrolle bezieht sich sowohl auf Pläne aus der operativen, als auch aus der strategischen Planung. Abschließend wird die Return-on- Investment-Kontrolle dargelegt und in ihrer Bedeutung als eines der populärsten Kontrollinstrumente gewürdigt. Es werden die Vorzüge dieser kompakten Kennzahlenkontrolle aufgezeigt ebenso wie die Dysfunktionalitäten, die die diese Kontrollform unbeabsichtigt mit sich bringt.

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Authors and Affiliations

  • Georg Schreyögg
    • 1
  • Jochen Koch
    • 2
  1. 1.Freie Universität BerlinBerlinDeutschland
  2. 2.Europa-Universität ViadrinaFrankfurt (Oder)Deutschland

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