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Zur Unverfügbarkeit träumender Subjekte. Phänomenologische und praxistheoretische Perspektiven

  • Britta HoffarthEmail author
  • Veronika Magyar-Haas
Chapter
Part of the Phänomenologische Erziehungswissenschaft book series (PHE, volume 8)

Zusammenfassung

Mit dem Träumen und seinem Rätsel ist bereits eine lange Tradition philosophischer, psychologischer und kulturwissenschaftlicher Auseinandersetzungen verbunden. Es fordert bereits in der Antike dualistische Vorstellungen von Körper und Seele heraus – oder fungiert als Begründung für diese; es unterläuft Annahmen von Souveränität und Autonomie – oder verstärkt diese, etwa in den Erwartungen, auf die Träume Einfluss zu nehmen. Im vorliegenden Beitrag wird der Frage nachgegangen, was sich im Träumen über das Subjekt zeigt, wenn sich diesem phänomenologisch und praxistheoretisch genähert wird. Während mit der ersten Analyseperspektive die leibliche Verfasstheit der Subjekte explizit thematisch wird, lässt sich mit praxistheoretischen Zugängen der handelnde Körper der Subjekte in den Blick nehmen.

Schlüsselwörter

Phänomenologie Praxistheorie Unverfügbarkeit Subjekt Leib/Körper Ausgesetztheit Praktik Handeln Artikulation Träumen 

Abstract

Dreaming and its mysteries are bound to a long tradition of debates in philosophical, psychological and cultural sciences. Already in ancient times, dreaming challenges the dualistic understanding of body and mind – or serves as a reason for this differentiation; it undermines assumptions of sovereignty and autonomy – or amplifies the same, for example through the expectations to get control over the dreams. This contribution pursues the question what dreaming reveals about the subject if this is approached from a phenomenological and practice-theoretical point of view. While from the first analysis the bodily constitution of the subject is focussed, the acting body of the subject can be envisioned applying practice-theoretical positions.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Abteilung Allgemeine ErziehungswissenschaftUniversität HildesheimHildesheimDeutschland
  2. 2.Institut für ErziehungswissenschaftUniversität ZürichZürichSchweiz

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