Advertisement

Entwicklung einer Stückdeckungsbeitragsrechnung – dargestellt am Beispiel ausgewählter DRGs für Geriatrie in einem Modellkrankenhaus auf Grundlage der InEK-Kalkulation

  • Silke Greshake
  • Liliia Pohl
  • John Ahrens
  • Winfried Zapp
Chapter
Part of the Controlling im Krankenhaus book series (COFRA)

Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wird auf Grundlage der Kalkulation des Institutes für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) eine Stückdeckungsbeitragsrechnung für ausgewählte geriatrische Diagnosis Related Groups (DRGs) eines Modellkrankenhauses entwickelt, das als Controlling-Instrument die notwendige Transparenz über Kosten und Erlöse der ausgewählten DRGs schafft. Ziel ist es zu ermitteln, in welchem Umfang die einzelnen DRGs zum Gesamtergebnis eines Krankenhauses beitragen und an welchen Punkten Kosten und Erlöse beeinflusst werden können. Zudem soll analysiert werden, ob Fälle mit oder ohne geriatrische Komplexbehandlungen höhere Deckungsbeiträge generieren. Auf Grundlage der theoriefundierten Literatur wurde demnach eine Stückdeckungsbeitragsrechnung auf Kostenträgerebene konzipiert, die die Kosten der InEK-Kalkulation den einzelnen Deckungsbeiträgen zuordnet. Die Ergebnisse der so entwickelten Stückdeckungsbeitragsrechnung für ausgewählte geriatrische DRGs zeigen, dass bei der DRG B44B und der Basis-DRG B70 negative Deckungsbeiträge erzielt werden, während alle anderen betrachteten DRGs positiv zum Gesamtergebnis beitragen. Negativ beeinflusst werden die Ergebnisse der konzipierten Stückdeckungsbeitragsrechnung hauptsächlich durch Fälle, deren Verweildauer die obere Grenzverweildauer überschreitet (Langlieger). Des Weiteren fallen die Deckungsbeiträge der Fälle mit geriatrischer Komplexbehandlung höher aus als jene von Fällen ohne geriatrische Komplexbehandlung. Folglich empfiehlt es sich für ein Krankenhaus zu überprüfen, ob eine Reduzierung der Verweildauer bei allen betrachteten DRGs möglich ist und bei welcher Verweildauer die Deckungsbeiträge maximal werden. Zudem sollten tendenziell eher Fälle mit als ohne geriatrische Komplexbehandlung versorgt werden.

Supplementary material

Literatur

  1. AOK Bundesverband (2016). Übersicht über die für 2016 gültigen Landesbasisfallwerte in den einzelnen Bundesländern. https://www.aok-gesundheitspartner.de/bund/krankenhaus/lbfw/index.html. Zugegriffen: 19. Okt. 2018
  2. Borchelt M, Wrobel N, Trilhof G (2009) Online-Kodierleitfaden Altersmedizin 2010: Fallpauschalen in der Geriatrie (Geriatrie-DRG’s). http://www.geriatrie-drg.de/dkger/main/geriatrie-drg-2010.html. Zugegriffen: 21. Okt. 2018
  3. Conrad H (2010) Wirtschaftliche Steuerung von Krankenhäusern: Budgets, Balanced Scorecard, Controlling und Risikomanagement erfolgreich einsetzen. Mediengruppe Oberfranken, KulmbachGoogle Scholar
  4. Däumler K, Grabe J (2013) Kostenrechnung 2 – Deckungsbeitragsrechnung: Mit Fragen und Antworten und Lösungen, Testklausur, 10. Aufl. Neue Wirtschafts-Briefe, HerneGoogle Scholar
  5. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (2018) OPS Version 2016. Kapitel 8 nichtoperative therapeutische Maßnahmen (8–01…8–99). Frührehabilitative und physikalische Therapie (8–55…8–60). https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/ops/. Zugegriffen: 21. Okt. 2018
  6. Fleßa S (2013) Grundzüge der Krankenhausbetriebslehre, 3. Aufl. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, MünchenCrossRefGoogle Scholar
  7. InEK – Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (2014) Abschlussbericht: Weiterentwicklung des G-DRG-Systems für das Jahr 2015. Klassifikation, Katalog und Bewertungsrelationen. Teil I: Projektbericht. https://www.g-drg.de/Archiv/DRG_Systemjahr_2015_Datenjahr_2013#sm7. Zugegriffen: 20. Okt. 2018
  8. InEK – Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (2016a) Kalkulation von Behandlungskosten. Handbuch zur Anwendung in Krankenhäusern. Version 4.0. Deutsche Krankenhaus Verlagsgesellschaft, DüsseldorfGoogle Scholar
  9. InEK – Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (2016b) Vereinbarung zum Fallpauschalensystem für Krankenhäuser für das Jahr 2016 (Fallpauschalenvereinbarung 2016 – FPV 2016) zwischen dem GKV-Spitzenverband, dem Verband der Privaten Krankenversicherung, gemeinsam und einheitlich sowie der Deutschen Krankenhausgesellschaft. https://www.g-drg.de/Archiv#sj2016dj2014. Zugegriffen: 25. Aug. 2018
  10. InEK – Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (2016c) Fallpauschalen-Katalog. G-DRG Version 2016. https://www.g-drg.de/Archiv#sj2016dj2014. Zugegriffen: 25. Okt. 2018
  11. InEK – Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (2016d) Definitionshandbuch 2016 Band 1. https://www.g-drg.de/Archiv#sj2016dj2014. Zugegriffen: 25. Okt. 2018
  12. Joos-Sachse T (2014) Controlling, Kostenrechnung und Kostenmanagement: Grundlagen – Instrumente – Neue Ansätze, 5. Aufl. Gabler, WiesbadenCrossRefGoogle Scholar
  13. Keun F, Prott R (2008) Einführung in die Krankenhaus-Kostenrechnung: Anpassung an neue Rahmenbedingungen, 7. Aufl. Gabler, WiesbadenGoogle Scholar
  14. Kompetenz-Centrum Geriatrie (2017) Auslegungshinweise der MDK-Gemeinschaft zur Kodierprüfung der OPS 8-550* Version 2017. https://kcgeriatrie.de/Info-Service_Geriatrie/Documents/2017_Auslegungshinweise_8-550.pdf. Zugegriffen: 30. Okt. 2018
  15. Krämer N (2014) Krankenhauscontrolling 2.0. Kennzahlenorientierte Steuerung mit einem Managementcockpit. KU Gesundheitsmanagement 6:67–69Google Scholar
  16. Kuschmann D (1998) Bewertung des Leistungsangebots von Kurmittelhäusern mit Hilfe der Deckungsbeitragsrechnung. FBV Medien-Verlags GmbH, LimburgerhofGoogle Scholar
  17. Riebel P (1994) Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung: Grundfragen einer markt- und entscheidungsorientierten Unternehmensrechnung, 7. Aufl. Gabler, WiesbadenCrossRefGoogle Scholar
  18. Riedel G (1996) Deckungsbeitragsrechnung als Controlling-Instrument: Mit Fallbeispielen für den praktischen Einsatz, 6. Aufl. Schäffer-Poeschel, StuttgartGoogle Scholar
  19. Schanbacher B, Ballarini N (2014) Erlös- und Kostentransparenz. Voraussetzung für betriebswirtschaftliche Entscheidungen im Krankenhaus. KU Gesundheitsmanagement 8:36–38Google Scholar
  20. Schepers J, Weiß A (2014) Das Leverkusener Modell Abteilungsgerechten Ergebnisrechnung (agere). In: Zapp W (Hrsg) Kosten- versus Erlösverteilung im DRG-System. Analyse – Verfahren – Praxisbeispiele. Springer Gabler, Wiesbaden, S 125–200Google Scholar
  21. Schirmer H (2017) Krankenhaus-Controlling: Handlungsempfehlungen für Krankenhausmanager, Krankenhauscontroller und alle mit Controlling befassten Führungs- und Fachkräfte in der Gesundheitswirtschaft, 5. Aufl. Expert Verlag, RenningenGoogle Scholar
  22. Statistisches Bundesamt (2018) Einrichtungen, Betten und Patientenbewegung. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Krankenhaeuser/Tabellen/GDKrankenhaeuserJahreOhne100000.html. Zugegriffen: 2. Okt. 2018
  23. Strehl R (2004) Universitätskliniken/Fallpauschalen: Die Hochleistungsmedizin bleibt auf der Strecke. Das diagnosebasierte Fallpauschalensystem benachteiligt die Maximalversorger und Universitätskliniken. Deutsches Ärzteblatt 101(39):2584–2590Google Scholar
  24. Tegeler M, Ahrens J, Zapp W (2016) Fixkostendegressionsabschlag: Theoriegeleitete und anwendungsorientierte Analyse – dargestellt an einem Modellkrankenhaus. In: Greulich A, Hellmann W, Maier B, Korthus A, Thiele G (Hrsg) Management Handbuch Krankenhaus. Medhochzwei Verlag, Heidelberg, S 1–61Google Scholar
  25. Wallenfels M (2014) Kliniklandschaft 2030: Damoklesschwert Demografie und Pflegeaufwand? Ärzte Zeitung 148D:2Google Scholar
  26. Wöhe G (2016) Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 26. Aufl. Vahlen, MünchenGoogle Scholar
  27. Zapp W (2014) Kosten- versus Erlösverteilung im DRG-System: Analyse – Verfahren – Praxisbeispiele. Springer Gabler, WiesbadenCrossRefGoogle Scholar
  28. Zapp W (2017) Betriebswirtschaftliches Rechnungswesen. In: Schmidt-Rettig B, Eichhorn S, Oswald J (Hrsg) Krankenhaus-Managementlehre: Theorie und Praxis eines integrierten Konzepts, 2. Aufl. Kohlhammer, Stuttgart, S 612–639Google Scholar
  29. Zapp W, Oswald J (2009) Controlling-Instrumente für Krankenhäuser. Kohlhammer, StuttgartGoogle Scholar
  30. Zapp W, Winkler M, Kemp T (2004) Deckungsbeitragsorientierte Lenkung im DRG-System. In: Zapp W (Hrsg) Controlling in der Pflege. Verlag Hans Huber, Bern, S 182–198Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Silke Greshake
    • 1
  • Liliia Pohl
    • 1
  • John Ahrens
    • 2
  • Winfried Zapp
    • 1
  1. 1.Hochschule OsnabrückOsnabrückDeutschland
  2. 2.K|M|S Vertrieb und Services AGUnterhachingDeutschland

Personalised recommendations