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Die Relationierung als Kerngeschäft triangulierender Verfahren in der rekonstruktiven Bildungsforschung

  • Mareke NiemannEmail author
  • Angela Bauer
  • Ulrike Deppe
Chapter
Part of the Studien zur Schul- und Bildungsforschung book series (SZSBF, volume 76)

Zusammenfassung

Die qualitative Erforschung komplexer, sozialer Phänomene erfolgt zunehmend, indem diese durch Triangulation verschiedener Daten und Methoden auf mehreren Ebenen und aus mehreren Perspektiven untersucht werden. Auf diese Weise können unterschiedliche Perspektiven auf ein Phänomen beforscht und zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Ansetzend an ein Verständnis von Triangulation als Vermittlung zwischen Gegenstandskonstruktionen diskutiert der Beitrag die Relationierung von Forschungsergebnissen als Kern und kritisches Moment im Rahmen eines triangulativen Vorgehens. Anhand dreier qualitativer Forschungsprojekte werden unterschiedliche Wege und Komplexitätsgrade triangulierenden Vorgehens in qualitativen Studien veranschaulicht und das Verbindende der Relationierungsarbeit herausgestellt. Zugleich wird damit auch auf Möglichkeiten und Herausforderungen der forschungspraktischen Umsetzung eingegangen.

Schlüsselwörter

Triangulation Bildungsforschung Qualitative Forschung Rekonstruktive Forschungsmethoden Relationierung 

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Martin-Luther-Universität Halle-WittenbergHalleDeutschland
  2. 2.Sonderpädagogisches Förderzentrum München SüdMünchenDeutschland
  3. 3.Technische Universität DresdenDresdenDeutschland

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