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Das „fremde Kind“ – Zur Verstehensproblematik aus pädagogischer Sicht

  • Wilfried LippitzEmail author
Chapter
Part of the Phänomenologische Erziehungswissenschaft book series (PHE, volume 7)

Zusammenfassung

In diesem Text wird die Erfahrung von Fremdheit als Strukturmoment der lebensweltlichen Erfahrung im Umgang mit und im Verstehen von Kindern herausgestellt. „Fremde“ Kinder gehören, so Lippitz, zur Normalität pädagogischer Erfahrungen. „Problemkinder“ als fremde Kinder im alltagssprachlichen Verständnis verweisen auf die Normalitätserwartungen von Erwachsenen. Lippitz diskutiert zunächst die erziehungswissenschaftliche Kindheitsforschung in historischer, methodologischer und gegenstandstheoretischer Perspektive, um dann das Fremde im Alltäglichen der Erfahrung mit Kindern aufzusuchen – in einer phänomenologischen Perspektive mit Husserl, Lévinas und Waldenfels. In dieser erscheint das Verstehen von Kindern nicht nur als Form des Wissens, sondern als Vertrauen, ist also ethisch dimensioniert.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Universität GießenGießenDeutschland

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