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„Subjekte“ der Erziehung? Autobiografische Erinnerungen von Erziehungswissenschaftlern

  • Wilfried LippitzEmail author
Chapter
Part of the Phänomenologische Erziehungswissenschaft book series (PHE, volume 7)

Zusammenfassung

Lippitz untersucht ausführlich und genau autobiografische Selbstdeutungen von Erziehungswissenschaftlern, die ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen aus der Zeit des Nationalsozialismus in autobiografischen Erzählungen narrativ erschließen. Dabei interessiert Lippitz einerseits, ob und wie Wirkungszusammenhänge der NS-Zeit auf die eigene Biografie dargestellt werden und andererseits, wie lebensweltliche, vorwissenschaftliche Erfahrungen und Deutungen des eigenen Lebens zu sozial- und erziehungswissenschaftlichem Expertenwissen ins Verhältnis gesetzt werden. Die untersuchten Erziehungswissenschaftler Hans-Jochen Gamm, Horst Rumpf, Jürgen Henningsen und Wolfgang Klafki können in dieser Hinsicht als Experten gelten, sind sie durchaus sowohl über den Gegenstand der pädagogischen Biografieforschung als auch über Fragen und Probleme von sozialisatorischen und erzieherischen Wirkungen gut informiert. Lippitz rekonstruiert die vier Narrative einfühlend, aber nicht unkritisch hinsichtlich der jeweiligen autobiografischen (Selbst-)Inszenierung. Die Berichte werden ausführlich interpretiert und kontrastiert, sodass die unterschiedlichen Resonanzdispositionen der Autoren herausgearbeitet werden.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Universität GießenGießenDeutschland

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