Advertisement

Einleitung

  • Elisabeth LienertEmail author
Chapter
Part of the Contradiction Studies book series (COSTU)

Zusammenfassung

„Widerspruch“ – in seiner Doppelbedeutung als Widerrede, Einspruch einerseits; als logische, sachliche oder diskursive Unvereinbarkeit andererseits – hat als Konzept Konjunktur und ist auch Thema mediävistischer Narratologie. Widersprüche sind ja keineswegs ein Phänomen nur der Moderne und Postmoderne, sondern auch und gerade der vormodernen Literatur: Akte der Widerrede begegnen als verbale Auseinandersetzungen der Figuren; als Widerrede des Erzählers, z. B. gegen seine Quelle, gegen Dichterkollegen oder gegen die Erwartungen des Publikums; als Einsprüche gegen den Erzähler (‚Dûne hâst niht wâr, Hartman‘, so Hartmanns von Aue Iwein; Hartmann 1981, V. 2982), gelegentlich sogar als Einsprüche von Figuren gegen sich selbst (das bekannteste Beispiel dürfte Trevrizents Widerruf bei Wolfram von Eschenbach sein, mit dem er Parzival eingesteht, er habe ihn hinsichtlich der Bewandtnisse des Grals belogen, um ihn von der Suche abzubringen; Wolfram 1998, 798,6–7).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Bibliographie

Quellen

  1. Brévart, Francis B., Hrsg. 1999. Das Eckenlied. Sämtliche Fassungen. 3 Bde. Tübingen: Niemeyer.Google Scholar
  2. Gottfried von Strassburg. 2011. Tristan und Isold. Herausgegeben von Walter Haug & Manfred Günter Scholz. Mit dem Text des Thomas. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Walter Haug. 2 Bde. Berlin: Deutscher Klassiker Verlag.Google Scholar
  3. Hartmann von Aue. 1981. Iwein. Text von Georg Friedrich Benecke, Karl Stackmann & Ludwig Wolff. 3. Auflage. Übersetzt von Thomas Cramer. Berlin und New York: de Gruyter.Google Scholar
  4. Heinzle, Joachim, Hrsg. 2013. Das Nibelungenlied und die Klage. Nach der Handschrift 857 der Stiftsbibliothek St. Gallen. Mittelhochdeutscher Text, Übersetzung und Kommentar. Herausgegeben von Joachim Heinzle. Berlin: Deutscher Klassiker Verlag.Google Scholar
  5. Konrad von Würzburg. 2015. Konrad von Würzburg ‚Trojanerkrieg‘ und die anonym überlieferte Fortsetzung. Kritische Ausgabe von Heinz Thoelen & Bianca Häberlein. Wiesbaden: Reichert.Google Scholar
  6. Lienert, Elisabeth & Gertrud Beck, Hrsg. 2003. Dietrichs Flucht. Textgeschichtliche Ausgabe. Tübingen: Niemeyer.Google Scholar
  7. Lienert, Elisabeth, Sonja Kerth & Esther Vollmer-Eicken, Hrsg. 2011. Laurin. 2 Teilbde. Berlin und Boston: de Gruyter.Google Scholar
  8. Wolfram von Eschenbach. 1998. Parzival. Studienausgabe. Mittelhochdeutscher Text nach der 6. Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Einführung zum Text von Bernd Schirok. Berlin und New York: de Gruyter.Google Scholar

Forschungsliteratur

  1. Becker, Anja. 2009. Poetik der wehselrede. Dialogszenen in der mittelhochdeutschen Epik um 1200. Frankfurt am Main: Lang.Google Scholar
  2. Brüggen, Elke. 2014. „Irisierendes Erzählen. Zur Figurengestaltung in Wolframs Parzival.“ In Wolfram-Studien XXIII. Wolframs Parzival-Roman im europäischen Kontext. Tübinger Kolloquium 2012, in Verbindung mit Susanne Köbele & Eckart Conrad Lutz herausgegeben von Klaus Ridder, 333–357. Berlin: Erich Schmidt.Google Scholar
  3. Federow, Anne-Katrin, Kay Malcher & Marina Münkler, Hrsg. 2017. Brüchige Helden – brüchiges Erzählen. Mittelhochdeutsche Heldenepik aus narratologischer Sicht. Berlin und Boston: de Gruyter.Google Scholar
  4. Glauch, Sonja. 2009. An der Schwelle zur Literatur. Elemente einer Poetik des höfischen Erzählens. Heidelberg: Winter.Google Scholar
  5. Heinzle, Joachim. 2014. Traditionelles Erzählen. Beiträge zum Verständnis von Nibelungensage und Nibelungenlied. Stuttgart: Hirzel.Google Scholar
  6. Kay, Sarah. 2001. Courtly Contradictions. The Emergence of the Literary Object in the Twelfth Century. Stanford: Stanford University Press.Google Scholar
  7. Knapp, Fritz Peter. 2013. „Kausallogisches Denken unter den weltanschaulichen und pragmatischen Bedingungen des 12. und 13. Jahrhunderts.“ In Erzähllogiken in der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Akten der Heidelberger Tagung vom 17. Bis 19. Februar 2011, herausgegeben von Florian Kragl & Christian Schneider, 187–205. Heidelberg: Winter.Google Scholar
  8. Kragl, Florian. 2013. „Poetische Dissonanz. Eine Skizze zur Erzählweise des Nibelungenlieds.Poetica 44: 313–350.Google Scholar
  9. Kragl, Florian & Christian Schneider, Hrsg. 2013. Erzähllogiken in der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Akten der Heidelberger Tagung vom 17. bis 19. Februar 2011. Heidelberg: Winter.Google Scholar
  10. Lienert, Elisabeth. 2017a. „Widerspruch als Erzählprinzip in der Vormoderne? Eine Projektskizze.“ Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 139: 69–90.Google Scholar
  11. Lienert, Elisabeth. 2017b. „Tagungsbericht – Poetiken des Widerspruchs in vormoderner Erzählliteratur – Bremen, 9.-11. März 2017.“ Zuletzt aufgerufen 02.03.2018. http://blog.mediaevum.de/index.php?/archives/126-Tagungsbericht-Poetiken-des-Widerspruchs-in-vormoderner-Erzaehlliteratur-Bremen,-9.-11.-Maerz-2017.html
  12. Lienert, Elisabeth. 2017c. „Erzählen in transkultureller Perspektive. Zur Poetologie der Widersprüche in der europäischen Heldendichtung.“ In Transkulturalität und Translation. Deutsche Literatur des Mittelalters im europäischen Kontext, herausgegeben von Ingrid Kasten & Laura Auteri, 243–252. Berlin und Boston: de Gruyter.Google Scholar
  13. Lienert, Elisabeth. 2018. „wildekeit und Widerspruch. Poetik der Diskrepanz bei Konrad von Würzburg.“ In Wolfram-Studien XXV. wildekeit. Spielräume literarischer obscuritas im Mittelalter. Zürcher Colloquium 2016, in Verbindung mit Ricarda Bauschke-Hartung & Franz-Josef Holznagel herausgegeben von Susanne Köbele & Julia Frick, 323–341. Berlin: Erich Schmidt.Google Scholar
  14. Lienert, Elisabeth. 2019a. „Knowledges and Contradictions in Premodern Narratives.“ In Spaces of Dissention: Towards a New Perspective on Contradiction, herausgegeben von Julia Lossau, Daniel Schmidt-Brücken & Ingo H. Warnke. Wiesbaden: Springer (akzeptiert).Google Scholar
  15. Lienert, Elisabeth. 2019b. „Widersprüche in heldenepischem Erzählen.“ In Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 141 (akzeptiert).Google Scholar
  16. Mertens, Volker. 2001. „Inszenierte Mündlichkeit und szenisches Erzählen. Überlegungen zu einer performativen Poetik des Nibelungenliedes.“ In Les Nibelungen, herausgegeben von Danielle Buschinger & Jean-François Candoni, 85–110. Amiens: Presses du Centre d‘Etudes médiévales Université de Picardie.Google Scholar
  17. Miedema, Nine. 2006. „Stichomythische Dialoge in der mittelhochdeutschen höfischen Epik.“ Frühmittelalterliche Studien. Jahrbuch des Instituts für Frühmittelalterforschung der Universität Münster 40: 263–281.Google Scholar
  18. Müller, Jan-Dirk. 2017. ‚Episches‘ Erzählen. Erzählformen früher volkssprachiger Schriftlichkeit. Berlin: Erich Schmidt.Google Scholar
  19. Schaffeld, Norbert. 2016. „Poetik des Widerspruchs.“ Aus dem Nachwort zum neuen Gedichtband von Ralph Grüneberger. Dreigroschenheft 23.4: 32.Google Scholar
  20. Schlickers, Sabine. 2015. „Lüge, Täuschung und Verwirrung: Unzuverlässiges und Verstörendes Erzählen in Literatur und Film.“ Diegesis. Interdisziplinäres E-Journal für Erzählforschung / Interdisciplinary E-Journal for Narrative Research 4.1: 49–67.Google Scholar
  21. Schneider, Christian. 2013. „Narrationis contextus. Erzähllogik, narrative Kohärenz und das Wahrscheinliche in der Sicht der hochmittelalterlichen Poetik.“ In Erzähllogiken in der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Akten der Heidelberger Tagung vom 17. bis 19. Februar 2011, herausgegeben von Florian Kragl & Christian Schneider, 155–186. Heidelberg: Winter.Google Scholar
  22. Schulz, Armin. 2015. Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Studienausgabe, herausgegeben von Manuel Braun, Alexandra Dunkel & Jan-Dirk Müller. 2. Auflage. Berlin et al.: de Gruyter.Google Scholar
  23. Störmer-Caysa, Uta. 2007. Grundstrukturen mittelalterlicher Erzählungen. Raum und Zeit im höfischen Roman. Berlin und New York: de Gruyter.Google Scholar
  24. Strohschneider, Peter. 1997. „Einfache Regeln – komplexe Strukturen. Ein strukturanalytisches Experiment zum Nibelungenlied.“ In Mediävistische Komparatistik. Festschrift für Franz Josef Worstbrock zum 60. Geburtstag, herausgegeben von Wolfgang Harms & Jan-Dirk Müller, 43–75. Stuttgart und Leipzig: Hirzel.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich 10Universität BremenBremenDeutschland

Personalised recommendations